Freitag, 16. Oktober 2020

Schweiz-Teneriffa

Von Ende Mai bis Anfang August waren wir in der Schweiz zu Besuch. Für Wohnung resp. Zimmer und Auto war gesorgt. Bei meiner jüngeren Tochter konnten wir dank dem fertig gewordenen Anbau ein Zimmer beziehen. Unser Freund Dejan stellte uns ein Auto zur Verfügung. Somit konnten wir Familie im Bernbiet, Baselbiet und diverse Freunde besuchen. Ausflüge in die Bergen und ein Trip nach Deutschland stand auch auf dem Plan.
























Am 03. August ging die Reise weiter nach Teneriffa. Aktuell bleiben wir hier bis Ende November, dann fliegen wir nochmals zurück in die Schweiz. Nach bald 5 Jahren können wir wieder einmal mit der ganzen Familie Weihnachten feiern. Der Rückflug in die Karibik ist für den 7. Januar 2021 gebucht. 



Grüsse aus Teneriffa




Unser nächstes Projekt !






 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Antigua-Martinique

Unser Rückflug in die Schweiz war schon gebucht und bestätigt worden. Am 28. Mai sollte der Flug von Martinique nach Paris und dann über Frankfurt in die Schweiz führen. Direktflüge von Paris nach Zürich gab es wegen der Pandemie nicht mehr. Das Auswassern der Harmonie sollte gemäss Plan am 26. Mai statt finden. Nun, so einfach wie hier beschrieben war es aber nicht.

Zuerst musste Ueli sich durch viel Papierkram, Emails etc. kämpfen. Die französische Küstenwache wollte uns nicht nach Martinique einreisen lassen, da wir nicht EU-Mitglied sind. Nach mehreren Interventionen bekamen wir schliesslich die Bewilligung. Wir dürfen nicht vor dem 13. Mai einreisen und müssen dann bis zum Krantermin am 26. Mai auf dem Boot in Quarantäne verbleiben.

Schlussendlich (mit Vollverpflegung für die 14 Tage Quarantäne in Martinique), verliessen wir dann Antiqua und segelten über Nacht die 180 Seemeilen direkt nach Martinique. Es waren ruppige 24 Stunden. Ab Mitternacht kämpften wir mit mindestens 3m hohen Wellen und um die 30 Knoten Wind. In einer Nacht ohne Mond sieht man wenig, aber die Geräuschkulisse ist beeindruckend: Das Pfeifen des Windes oder das heftige Krachen, wenn das Boot ab und zu in eine Welle einsticht und grünes Wasser über Deck kommt. Aber die Harmonie ist stark. 

Kaum auf der Höhe von Fort-de-France angekommen, wurden wir von der Coast Guard abgefangen. Es war ziemlich unheimlich, das ca. 35m grosse Motorschiff so nahe an der Harmonie zu sehen. Ueli war über Funk mit ihnen in Kontakt und ich musste die Harmonie am Standort bei ziemlich viel Wellengang halten. Nach kurzer Abklärung mit der Crossag (französische Küstenwache) durften wir dann weiter zu unserem Quarantäneplatz segeln.

In St. Anne suchten wir uns einen guten Ankerplatz im hinteren Teil des Feldes. So, eine weitere Hürde geschafft. Die kommenden 14 Tage hatten wir genug Zeit, um das Schiff für das Trockenlager vorzubereiten. Alle Segeln mussten runter und verstaut werden. Sämtliche Leinen, Schotten, etc. wurden vom Salzwasser gereinigt, aufgeschlagen und gestaut. Der Wassermacher wurde konserviert, der Aussenborder gespült, geschmiert und gelagert, und, und, und…

Am 26. Mai wurde die Harmonie dann ausgewassert und erst einmal auf einem provisorischen Platz abgestellt. Sie wird erst nach unserer Abreise auf ihren definitiven Platz kommen. Aber die Werft in Le Marin macht einen guten Eindruck. Das wird schon alles gut kommen. 


Überfahrt Antigua nach Martinique

Alle Segel sind abmontiert



Letzter Sonnenuntergang in St. Anne


Schiff wird vom Kran ans Lang gehoben



Am Flughafen in Martinique


Ankunft Flughafen in Zürich


Guadeloupe-Antigua

Am 17. Februar sind wir zusammen mit der Courante wieder los gesegelt nach Guadeloupe und vor der Marina Rivière Sens setzten wir den Anker. Von hier aus mieteten wir ein Auto, um wieder einen grossen Einkauf zu tätigen. Der Plan war, ziemlich zügig nach Antigua zu segeln, der Wind war günstig. Der nächste Ankerplatz war bei Pigeon Island. Wie es so ist, hatten wir wieder über 20 Knoten Wind für das Ankermanöver. Doch schon beim ersten Mal hielt unser Anker. Die Courante war nicht weit von uns entfernt, als dann auch noch ein Franzose kam und mit sehr wenig Kette zu nahe an die Courante ankerte. In der Nacht frischte der Wind nochmals auf und der Franzose kam ins driften. Inge versuchte, uns zu warnen, da das französische Boot in unsere Richtung zu driften drohte. Doch wir hatten einen sehr guten Schlaf und haben nichts mitbekommen. Am nächsten Morgen war der Franzose an einem anderen Ankerplatz. Also gings weiter nach Deshaies zum auszuklarieren und dann los nach Antigua. 

Freitagmorgen, am 21. Februar früh um 05.30 Uhr war Tagwach. Wir bereiteten uns vor für die Passage, Reffleinen bereit für das erste Reff. Alle Geräte kontrollieren, Kiel Kontrolle ob wirklich ganz unten, sonst geht das nicht mit segeln bei viel Wind. Wir waren aber nicht die einzigen, die sich für die Passage vorbereiteten. Vor unserer Abfahrt waren bereits schon 5 Schiffe los gesegelt. Um 06.30 Uhr waren wir auch klar um aufzubrechen. Ausserhalb der Bucht setzten wir die Segel, mussten aber noch ein kurzes Stück motoren, um aus dem Lee von Guadeloupe zu kommen. Aber dann gings los mit Nord Ost Wind von über 20 Knoten und grober See. Da war unsere Harmonie in ihrem Element. Wir hatten eine Durchschnitts-Geschwindigkeit von 7,5 Knoten über die 40 Seemeilen. Nach drei Vierteln der Strecke hatten wir alle 5 Schiffe vor uns überholt. Solch eine super Überfahrt hatten wir schon lange nicht mehr gehabt. Nach genau 5.5 Stunden setzten wir den Anker in Falmouth Harbour. Die Courante hatte bei der Überfahrt die Delphine gefilmt, die wir unterwegs auch um unser Schiff hatten. Der eine Delphin machte einen so hohen Sprung, wie wir es so noch nie gesehen hatten, und somit war Inge hoch erfreut, dieses Spektakel gefilmt zu haben. Inge und Jörg erwarteten am 15. März ihren Sohn mit einer Freundin in Guadeloupe. Wir beschlossen daher, drei Wochen hier in Antigua zu verbringen und danach zurück nach Guadeloupe zu segeln. 

Wir sind schon mehrmals auf Antigua gewesen. Aber für Inge und Jörg war es das erste Mal. Deshalb war Insel auskundschaften angesagt. Für das bekannte BBQ am Sonntag Abend auf den Shirley Heights kommen Leute von überall her. Die Aussicht von hier oben nach Falmouth und English Harbour ist fantastisch. Von den vielen Buchten und Sandstränden haben wir einige besucht wie z.B. die Nonsuch Bay, Jolly Harbour, Deep Bay und die Dickenson Bay. Zurück in Falmouth Harbour musste die Courante sich von uns trennen, da sie ja Ihren Sohn in Guadeloupe am 15. März abholen wollten. Doch zu dieser Zeit waren die Medien bereits voll mit Nachrichten über das neue Virus. Ab 11. März stufte die WHO das Ausbruchsgeschehen des Virus als weltweite Pandemie ein. Am 13. März wurde der erste Covid 19 Fall in Antigua bestätigt. Und dann hat die Regierung einen Lockdown ausgesprochen. Der Flughafen wurde geschlossen und die Schifffahrt eingestellt. Wir durften täglich von 08.00 Uhr bis 11.00 Uhr für dringende Angelegenheiten an Land, also auch einkaufen wenn nötig, ansonsten mussten wir auf der Harmonie bleiben. Nach drei Wochen wurden die Restriktionen gelockert und wir durften wieder den ganzen Tag an Land und Sport treiben. Dies allerdings nur mit Maskenpflicht. Die Sandstrände waren aber immer noch geschlossen. Somit konnten wir uns auch wieder mit unseren Freunden treffen. Für einen Tag mieteten wir ein Auto, damit wir noch etwas mehr von der Insel zu sehen bekamen, und um einzukaufen. 

Vom 28. März bis zum 06. April 2020 wurden keine neuen Infektionen bekannt, die Zahl blieb bis dahin bei 24 Infektionen und 3 Todesfällen, wovon alle drei eher suspekt waren... Alles in allem waren wir hier in Antigua sehr gut und sicher aufgehoben. Unter den Seglern gab es keine Covid Erkrankungen.

Von Inge und Jörg haben wir erfahren, dass ihr Sohn noch problemlos in Guadeloupe einreisen konnte, doch die Situation war schon sehr angespannt. Sie konnten nicht wie geplant herum- segeln, und der Segelurlaub war dahin. Irgendwie haben die beiden Gäste es noch geschafft, frühzeitig nach Deutschland zurückzukehren. Für Inge und Jörg war jetzt Quarantäne angesagt.


Überfahrt von Guadeloupe nach Antigua


Der springende Delphine, fotografiert von der Courante




Eine Tour in den Ruinen im Nationalpark mit Rum






Unsere Freunde von der Half Baked








Die Teufelsbrücke im Nordosten Antiguas





Frischer Tuna in Falmouth Harbour





Montag, 30. März 2020

Martinique-Dominica-Iles les Saintes

Der nächste Stopp war in der Grande Anse d’Arlet auf Martinique. Hier waren wir schon öfters vor Anker. Jörg von der Courante wurde an diesem Tag 66. Das musste gefeiert werden. Mit einem Prosecco-Apero auf der Harmonie und einem anschliessenden Abendessen an Land im Restaurant l’Escale genossen wir alle diesen speziellen Abend. 
Dominica war unser nächstes Ziel. Doch vorerst mussten wir zum ausklarieren nach St. Pierre motoren, immer noch zuwenig Wind zum segeln. Eigentlich wollten wir alle noch einen Ausflug in St. Pierre machen, aber der Ankerplatz war sehr unruhig, selbst die Befestigung vom Dinghi am Steg war ein Balance-Akt. Wir entschieden uns, den Ausflug auf dem Rückweg nachzuholen, bei hoffentlich besseren Wetterbedingungen.
Mit kaum Wind motor-segelten wir weiter nach Roseau, Dominica. Es fühlte sich an wie eine Kutschenfahrt bis zum Ziel. In Roseau angekommen, hat uns Marcus empfangen und uns an eine seiner betreuten Boje festgemacht. Beim Rundumblick stellten wir fest, dass die Aufräumarbeiten und Wiederherstellungen der Gebäude nach wie vor nur schleppend voran gekommen sind. Immerhin stehen wir jetzt im Jahr drei nach dem Hurrikan Maria. Dinghidocks gibts immer noch nicht. Also haben wir den Bootstaxidienst von Marcus in Anspruch genommen. Dominica bezeichnet sich selber als Naturparadies und dem stimmen wir vollumfänglich zu. Daher haben wir uns entschieden, nochmals eine Tour im Nationalpark Morne Trois Pitons zu machen. Mit einem Guide fuhren wir zu einem der schönsten Wasserfälle auf Dominica, den Middleham Falls. Auf einem grossen Parkplatz angekommen, packten wir unseren Rucksack, dann ging es hinein in den Dschungel. Eine gute Stunde dauerte der Weg, bergauf, bergab, bis wir den Blick frei hatten auf den ca. 70 Meter hohen Wasserfall. Durchgeschwitzt freuten wir uns, für ein kurzes Bad ins kalte und glasklare Wasser zu springen. Erfrischt machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Parkplatz und freuten uns auf ein feines Mittagessen in einem lokalen Restaurant mit Terrasse und Ausblick auf die Trafalgar Falls. Der nächste Stopp war die Ti Tou Schlucht. Hier geht man schwimmend durch die schmale und enge Schlucht hinein ca. 90 Meter bis zum Wasserfall. Hier war auch ein Drehort für den Film ‚Fluch der Karibik’. Ueli und Jörg wagten sich hinein in das Vergnügen, nur Inge und ich hatten keine Lust, uns durch den Fleischberg aus  Kreuzfahrtschiff-Passagieren zu kämpfen. Die heissen Quellen, die wir danach besuchten, waren nicht so interessant. Der Boiling Lake wäre viel attraktiver  gewesen, doch der liegt auf 800 Meter ü.M. und die ganztägige Trekkingtour ist nur was für geübte Wanderer. Ueli hat diese Tour vor zwei Jahren gemacht. Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Marcus und sind nach Portsmouth getuckert (kein Wind und spiegelglatte See). Dort machten Ueli und Inge einen Reitausflug und Jörg und ich blieben auf unseren Schiffen. Ich bin leider kein Pferdenarr und bevorzugte einen Lesetag auf dem Boot. Hier in Portsmouth trennten sich unsere Wege von der Courante, da diese ein elektrisches Problem bekamen, das sie nur in Martinique lösen konnten. Wir segelten weiter zu den Iles des Saintes. Kaum angekommen, ist Ueli krank geworden. Mit hohem Fieber und Schüttelfrost lag er im Bett und wir wussten nicht genau, ob es das Dengue Fieber war oder sonst eine Infektion. Zusätzlich kamen noch massive Magen-Darm Probleme. Er konnte weder die Mahlzeiten noch die Flüssigkeiten behalten. Viel Bettruhe war angesagt, bis er wieder zu Kräften kam. Das Fieber war nach zwei Tagen weg, aber die Schlappheit und Appetitlosigkeit hielten über eine Woche an. Danach war er wieder einigermassen fit genug, um weiter zu segeln.











Samstag, 22. Februar 2020

Bequia-St. Vincent-Martinique

Bequia ist immer wieder einen Aufenthalt wert. Um die Weihnachtszeit herum lagen ca. 200 Yachten in der Bay. Auch viele Neulinge, die mit der ARC über den Atlantik gekommen sind, waren hier auch vor Anker. Weihnachten und Neujahr feierten wir in Bequia mit Inge und Jörg von der Courante. Am 02. Januar 2020 starteten wir wieder unsere Weiterreise mit nächstem Ziel, St. Vincent. Ganz im Südwesten von St. Vincent befindet sich die Blue Lagoon. Hier gibt es eine kleine Marina und Hotel und einige Mooring Bälle. Die Lagoon ist eingebettet in einem Riff und es gibt einen markierten Kanal um dort hinein zu gelangen. Allerdings muss man die Tide beachten, da der Kanal bei Niedrigwasser nur mal knapp 1.7 Meter tief ist. Für unsere Harmonie war das kein Problem  - mit hochgezogenem Kiel reicht das allemal. So schön wie der Name “Blaue Lagune“ klingt, war das Wasser dann aber nicht. Eher grau in braun. Aber das mag auch etwas am Wetter gelegen haben. Auch die Mooring Bälle sind in die Jahre gekommen und erschienen uns nicht in jedem Fall vertrauenswürdig. Von hier aus organisierten wir eine Taxifahrt, um einige Sehenswürdigkeiten an der Ostküste zu besuchen. Der Montreal Gardens zum Beispiel ist definitiv einen Besuch wert. Der Landschaftsgärtner Timothy Vaughn hat das einst heruntergekommene Stück Land in einen umwerfenden Garten mit tropischen Planzen verwandelt. Leider regnete es den Tag über immer wieder so stark, dass wir den Black Point Tunnel nicht besuchen konnten. Der Tunnel ist ein durch Sklaven erbautes technisches Meisterwerk aus dem frühen 19. Jahrhundert und diente dem Transport des Zuckerrohrs. 
Nach zwei Nächten sind wir wieder los gesegelt zu einem weiteren Nachtessen mit Übernachtung bei Rosi’s Rock Side Cafe in der Keartons Beach. Rosie kennt uns mittlerweile von früheren Stopps. Das Essen ist immer wieder reichhaltig und lecker, wie die Deutschen so sagen. Auf St. Lucia ist uns in den vergangen Jahren die Lust immer mehr ausgegangen. Hier passiert einfach zuviel und es wird zuwenig dagegen unternommen. Also verbringen wir nur die Nacht am Anker und segeln am frühen morgen weiter nach Saint Anne auf Martinique. Die Passage St. Lucia-Martinique war wieder ein Highlight zum segeln. Wir sind ziemlich hart am Wind gesegelt so zwischen 35 bis 55 Grad und bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 7 Knoten, hatten wir St. Anne, Martinique in 3 Stunden erreicht. Inge und Jörg haben für uns alle einen Mietwagen organisiert. Mit diesem Gefährt (ein kleiner Bus) sind wir gross einkaufen gegangen. Drei volle Einkaufswagen hatten wir zusammen und dass alles musste auch irgendwie wieder in die Dinghis verfrachtet werden. Wir mussten allerdings nur einmal zum Schiff fahren, während Inge zweimal mit vollbeladenem Dinghi fahren musste. Auf den französischen Inseln einkaufen macht Spass mit all den Leckereien, die wir schon lange vermissten, wie Baguette, Käse, Burrata, Fleisch etc. Wir sind einige Tagen dort geblieben und haben noch Ausflüge unternommen und kleinere Reparaturen an der Harmonie vorgenommen. Tja, auf einem Schiff gibt es immer wieder etwas zu reparieren, respektive zu erneuern, wie jetzt z.B. ein kaputtes Lager an unserem Windgenerator. 
Die weiteren Wetterprognosen sagten sehr wenig Wind an, dass heisst für die Weiterreise viel motoren. 


Silvester in Bequia

Harmonie am Segeln

Blue Lagoon Marina, St. Vincent



Montreal Garden, St. Vincent











Rosi's Rock Side Cafe, St. Vincent


Die Courante von unseren Freunden Inge und Jörg


Sonnenuntergang in St. Anne, Martinique

Ausflug mit dem Mietwagen nach La Trinité, Martinique


Mittagessen in der Brasserie du Manor, La Trinité


Das ist ein altes Rum-Schiff in Le Marin, Martinique