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Dienstag, 20. September 2016

Gibraltar - Porto Santo

In Gibraltar ist es ein Muss, den Affenfelsen zu besuchen. Man kann zu Fuss von der Marina nach Gibraltar gehen. Das Lustige ist, dass wir über die Lande- und Startbahn der Flugzeuge laufen können. Der Übergang wird geschlossen, wenn ein Flugzeug ankommt oder wegfliegt. Nach dem Grenzübertritt haben wir den Bus bestiegen, der uns bis zur Seilbahnstation brachte. 
Mit der Gondelbahn sind wir dann zum „Rock“ hoch gefahren. Wir hatten eine tolle Aussicht. Der Felsen ist nämlich oftmals von einer Wolke verhüllt. Oben angekommen haben uns schon einige Affen empfangen. Sie waren überhaupt nicht lästig oder aufdringlich, wie so erzählt wird. Sie wirkten richtig abgeklärt und wir haben uns gefragt, wer hier wohl wen betrachtet. Sie werden täglich mit Früchten gefüttert und waren eigentlich gar nicht an uns interessiert. Trotzdem war es lustig, den jungen, kleinen Affen beim spielen zuzusehen. Immer wieder kehrten sie zu ihrer Mutter zurück um Milch zu trinken. Wir hatten ein all-inklusive Ticket gebucht um uns noch einige Attraktionen anzusehen, wie z.B. die Tropfsteinhöhle, dann die Höhlen aus dem 2. Weltkrieg oder die riesigen Kanonen auf der Bergspitze, die zum Teil noch gut erhalten respektive restauriert sind. Der lange Fussmarsch nach unten in das Stadtzentrum Gibraltar und die vielen Treppen haben uns durstig gemacht und so sind wir dann noch in einer Seitengasse im Städtchen eingekehrt. Den Rückweg machten wir zu Fuss. Mitten auf dem Flugfeld haben wir uns gefragt, wie viel Zeit uns wohl bleiben würde, wenn jetzt ein Flugzeug ankäme…
An unserem Steg haben wir noch sehr nette Schiffsnachbarn aus Österreich kennengelernt, welche uns schon am ersten Abend zu einem Glas Wein an Bord einluden. Sie sind mit der Alrisha unterwegs. Es ist eine Ovni, also auch ein Aluminium-Schiff.  
Von unseren Schweizer Freunden musste wir uns leider auch frühzeitig trennen. Da Sie noch für ein paar Wochen in die Schweiz zurückreisen müssen und der Zeitplan schon langsam eng wurde, sind sie bereits Samstag Richtung Lanzarote ausgelaufen. Wir werden Sie sicherlich wieder nach ihrer Rückkehr aus der Schweiz treffen, da wir ja in der gleichen Marina liegen werden.
Mittlerweile haben wir mit Martin und seiner Crew, Sabrina, Freundschaft geschlossen. Er ist auch Österreicher und ist mit der Anima IV, einem etwas kleineren Segelschiff unterwegs in Richtung Kanaren. Sabrina hat sich ihm für den Trip von Gibraltar auf die Kanaren angeschlossen. 

Letzten Montag haben wir zusammen Gibraltar mit Ziel Barbate verlassen. Gemäss unseren Berechnungen hätten wir eigentlich in der Strasse von Gibraltar ziemlich Strom mit uns haben sollen. Aber den haben wir dann erst kurz vor Tarifa gespürt. Von dort aus sind wir dann mit gutem Wind bis vor die Marina Barbate gesegelt. Die Marina ist noch ziemlich neu aber praktisch leer und wirkte etwas trostlos. Hier haben wir nur eine Nacht verbracht und sind dann weiter nach Rota, etwas nördlich von Cadiz. Gemäss den Gribfiles hätte es passen sollen. Wind aus SW bis 15 Knoten versprach eine schnelle Etappe. Aber wie oftmals kommt es ein wenig anders als erwartet. Die Windrichtung stimmte zwar, aber wir hatten unerwartet hohen Schwell aus der gleichen Richtung. Und dann kurz vor Cadiz überrannte uns eine Regenfront mit Wind bis zu 30 Knoten und horizontal fliegendem Regen. Zum Glück hatten wir das Ölzeug rechtzeitig angezogen. Und auch die Segelfläche hatten wir vorgängig entsprechend reduziert. Nach 20 Minuten war der Spuk bereits wieder vorbei. Die restlichen Meilen segelten wir mit bis zu vier Meter hohen seitlichen Wellen in hohem Tempo weiter. Kurz vor der Marina drehten wir in den Wind und starteten den Motor. Aber oh Schreck: der Motor wollte nicht! Also noch einmal, und noch einmal. Dann überlegen, welche Optionen wir haben. Ankern? Hilfe rufen? Noch einmal probieren? Whum, und der Motor läuft. Wir haben noch einmal Glück gehabt und fahren immer noch schaukelnd in die Marina Rota ein. Die Marina ist sehr schön. Wir haben an einem Fingerpontoon unseren Platz gefunden. So können wir mal wieder seitlich vom Schiff aussteigen. Die Altstadt von Rota hat ihren Charme. Alles wirkt sehr gepflegt und sauber. Auch hat Ueli seine Eisdielen gefunden, resp. Martin hat vorab geklärt, wo es Eis gibt. 











Von Rota aus haben wir die Überfahrt nach Madeira, respektive nach Porto Santo geplant. Nochmals Vorräte einkaufen und am Freitag morgen um 08.30 Uhr gings los auf die Reise zur Insel weit im Atlantik draussen. Mit 550sm ist das bis anhin unser längster Schlag. Auch an die Atlantik-Welle müssen wir uns noch gewöhnen. Martin und Sabrina sind mit der Anima auch los gesegelt. Den aus Nord angesagten Wind hatten wir nicht, sondern wir segelten mit NW Wind und viel Schwell los. Zu Beginn der Überfahrt hatten wir das Grossegel im 1. Reff und die Trinquette gesetzt. Der halbe Wind und  die seitlichen Wellen liessen die Harmonie ziemlich krängen und erschwerten das Bootsleben. Für das Kochen und servieren von Essen brauchte es akrobatische Übungen und viel Zeit, sonst fliegt alles im Cockpit herum. Mit 15-20 Knoten Wind fliegt die Harmonie mit meistens über 7 Knoten, oftmals auch mit über 8 Knoten Richtung Ziel. Die Nachtwache war auf Deck recht angenehm, da uns der volle Mond optimale Sichtverhältnisse lieferte. Das Schlafen hingegen mit all den Geräuschen von Wellen, Wind und das Aufschlagen vom Bug in den Wellen machte die erste Nacht sehr unangenehm. Die Abende sind hier sehr kühl und feucht. Zudem kommt immer wieder Salzwasser ins Cockpit, wenn eine Welle seitlich am Rumpf aufschlägt.  Daher hatten wir für die Nachtschicht das Ölzeug an. Die Windverhältnisse  haben sich bis auf den 3. Tag nicht verändert. In der Nacht auf Montag ist der Wind dann aber zusammengebrochen. Eigentlich hatten wir schon davon geträumt, bereits am Montag morgen in Porto Santo einzulaufen. Immerhin hatten wir Etmals von über 180sm geschrieben. Doch diese Flaute am Schluss verhinderte das. Unter Motor liefen wir dann um 15.30 Uhr ein. 550 sm in 79 Stunden, also knapp 7 Knoten im Schnitt. Wir sind froh, wieder Land unter den Füssen zu haben. Wieder richtig im unserem Schlafzimmer (Bugkabine) auszuschlafen und kochen ohne Schräglage machen das Leben wieder sehr angenehm. 


Das ist die Anima IV





Porto Santo




Sonntag, 11. September 2016

Benalmadena-Gibraltar

Die Marina Benalmadena ist eine der schöneren Marinas, die wir bis jetzt besucht haben. Die in marokkanischem Stil gebauten Häuser mit weissen Fassaden schmücken die Hafenarena. Trotz Ferienende haben wir hier viele Urlaubsgäste gesehen. Man merkt noch nichts davon, dass die Sommerferien bereits zu Ende gehen. Freitag morgen sind wir dann mit dem Bus nach Malaga gefahren um die Stadt zu besichtigen. Rita hatte die Stadt schon einmal besucht und konnte uns daher eine Stadtrundfahrt wärmstens empfehlen. Eine Stunde später waren wir in Malaga eingetroffen. Die stündige Busfahrt kostete für eine Person nur Euro 1.65. Die Sightseeing Tour war ein voller Erfolg. Vom Castillo de Gibralfaro hatten wir eine tolle Aussicht auf die ganze Stadt und die Hafenanlage. Am Nachmittag haben die Männer dann das Automuseum besucht und Rita und ich sind durch die Altstadt geschlendert.
In einer Seitengasse gönnten wir uns einen feinen Salatteller und ein Glas Sangria. Unsere Männer haben wir dann auf dem Rückweg in einem Restaurant wieder getroffen und sind dann gemeinsam mit dem Bus wieder retour zur Marina. Hansueli erwartete dass reparierte Grossegel wieder zurück. Und tatsächlich - das Segel kam zurück. Das heisst wir können am Samstag nach Marbella weiter segeln, falls der Wind das dann auch erlaubt.












Auf dem Weg nach Marbella konnten wir auch diesmal nicht die Segel setzen. Das Meer war spiegelglatt und die Sicht trüb. Nach 4 Stunden liefen wir bereits in die Marina Marbella ein. Der Liegeplatz war wieder einmal sehr eng. Wir quetschten unsere Harmonie mit dem Bug voran in die Lücke. Am Abend haben wir mit Hansueli und Rita auf der Alamea grilliert.
In unserem Reiseführer haben wir von der Kleinstadt Ronda in den Bergen hinter Marbella gelesen. Eine Besichtigung dieser auf 723 Meter über Meer auf einem steil abfallenden Felsplateau gelegenen Stadt wird uns sicher eine willkommene Abwechslung zum Bordalltag bieten. Also hat Ueli einen Mietwagen organisiert, damit wir am Sonntag dorthin fahren konnten.
Der Weg nach Ronda war sehr kurvenreich, wie bei uns in der Schweiz die Passstrassen. Mit dem Motorrad hätte das sicher noch viel mehr Spass gemacht. Wir fuhren durch eine schöne Berglandschaft und Naturparks.
Als wir in Ronda angekommen waren, sind wir vielen Gruppen in verschiedenen Trachten begegnet. Sie alle machten Musik und unterhielten die vielen Touristen. Nach einem kurzen Spaziergang durch einen schön angelegten Park sind wir am Rand des Plateau angekommen und hatten freien Blick auf die steilen Felswände. Die Altstadt ist vom jüngeren Stadtteil durch eine knapp 100 m tiefe Schlucht getrennt. Überspannt wird der Abgrund von der Brücke Puente Nuevo, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Wirklich sehenswert.
Nach der Rückgabe des Mietautos sind Ueli und ich noch kurz an den Strand unmittelbar neben der Marina für ein erfrischendes Bad im Meer.








Montag morgen hiess es Puerto Marbella Ade und ab nach Gibraltar. Auf dem spiegelglatten Meer sind wir in Richtung Gibraltar gefahren. Die Strömung war - wie am Vorabend berechnet - auf unserer Seite. Dank ihr sind wir mit bis über 7 Knoten Richtung Europa Point unterwegs. Plötzlich kam Aufregung auf. Von weitem konnten wir eine enorm grosse Delphinschule direkt auf uns zukommen sehen. So viele Delphine habe ich noch nie gesehen. Das waren sicher über hundert Tiere, die da zusammen unterwegs waren. Noch lange konnten wir die Tiere springen sehen. Danach war das Meer wieder ruhig und glatt.
Ein wichtiger 1. Meilenstein unserer Reise liegt nach der Umfahrung des Europa Point hinter uns.

Dann versuchte ich, in Gibraltar Plätze für unsere beiden Boote zu bekommen. Aber beide Marinas wiesen uns ab. Sie seien bereits voll. Schlussendlich haben wir einen Superplatz in der noch ziemlich neuen Marina Alcaidesa gefunden. Diese Marina wurde erst im 2010 eröffnet und ist wirklich empfehlenswert. Sie liegt zwar auf spanischem Boden, doch wir können zu Fuss rüber nach Gibraltar. Und ein Platz für eine Yacht bis 45 Fuss kostet weniger als 20 Euro pro Tag. Hier werden wir für mehrere Tage bleiben und die Gegend auskundschaften.











Donnerstag, 1. September 2016

Von Cartagena nach Benalmadena (Malaga)

Von Cartagena nach Puerto Deportivo Juan Montiel de Aguilas sind wir praktisch alles unter Motor gefahren. Manchmal haben wir den Jockel noch mit etwas Zug von einem Vorsegel unterstützt. Eigentlich hatten wir vor, irgendwo in der Gegend in einer Bucht zu ankern. Doch die erste Bucht, die wir ansteuerten, war komplett mit Bojen abgeriegelt. Ausserhalb dieser Linie war es bereits 20 Meter tief und der Schwell versprach auch keine ruhige Nacht. An diesem Teil der spanischen Küste sind gegen SO Winde geschützte Buchten echte Raritäten. Deshalb haben wir uns für die Marina entschieden. 
Auf dem Weg nach Gibraltar treffen wir immer wieder Segler, die auch Richtung Karibik unterwegs sind. 

Unser nächstes Etappenziel war der moderne und halb leere, private Yachthafen Puerto de Garrucha. Auf dem Weg nach Garrucha konnten wir wieder einmal so richtig segeln. Anfangs zwar nur mit knapp über 4 Knoten. Aber in der zweiten Hälfte haben wir dann des öfteren über 7.5 Knoten geloggt. Bis auf ein paar ziemlich laute Störenfriede um 02.00 Uhr morgens verbrachten wir hier eine ruhige Nacht. Immerhin hatten wir für den Folgetag 55 Meilen nach Aguadulce eingeplant.




Am nächsten Morgen gings bereits um 07.00 Uhr los. Hier noch bei Dunkelheit. Der Wind kam zwar aus der richtigen Richtung, aber war viel zu schwach. Also motorten wir ein weiteres Mal durch bis zum Zielhafen. Immerhin bot die Küstenlinie ab und zu etwas fürs Auge. Im Hafenführer stand, dass Aguadulce etwas heruntergekommen sei. Dem können wir zustimmen. Dafür haben sie direkt an unserem Steg eine Partymeile ausgebaut, die uns nicht zur Ruhe kommen liess. Noch um 05.00 Uhr morgens dominierten hier laute Musik und Geschrei die Szenerie. 








Am nächsten Tag, ein Sonntag, sind wir über spiegelglattes Meer in die Marina Almerimar gefahren. Die Marina Almerimar ist relativ gross und schön. Wir hatten zwar einen Liegeplatz direkt vor einem Restaurant, der Lärmpegel war aber akzeptabel. Zumal nach Mitternacht das Restaurant geschlossen hat. Ueli und ich sind noch am Abend kurz ins Meer baden gegangen. Der Sandstrand ist gleich um die Ecke. Am Montag haben wir noch einige Sachen an Bord erledigt, wie z.B. wieder einmal die Nahrungsmittelvorräte aufgestockt und inventarisiert, neue Leinen für die Aufzüge an den Davits gekauft und die alten ersetzt und wieder einmal grosse Wäsche gemacht. Morgen gehts - hoffentlich mit dem vorausgesagten Ostwind in eine Bucht nach Motril. Gibraltar ist nicht mehr weit…



In der Bucht östlich von Punta de San Cristobal haben wir am Anker übernachtet.
Von dort sind wir weiter unter Motor in die Marina Caleta de Velez. Ueli wollte von hier aus die Cuevas de Nerja besuchen. Ich habe noch nie so grosse Tropfsteinhöhlen gesehen, die so gut erhalten sind. Der Grund für den ausgezeichneten Zustand liegt wahrscheinlich in der Tatsache, dass diese Höhlen erst Ende der 50ziger Jahre entdeckt und kurz darauf der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. 











Am nächsten Tag sind wir den ganzen Weg nach Puerto Benalmadena gesegelt. Herrlich, wieder mal segeln zu können und dies mit meistens über 7 Knoten. Der Wind hatte sich in letzter Zeit sehr rar gemacht. In der Marina Benalmadena werden wir zwei Tage verbringen. Zum einen muss das Grosssegel der Alamea repariert werden. Und dann wollen wir natürlich auch noch Malaga besuchen.