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Donnerstag, 9. Februar 2017

Martinique-Dominica-Les Saintes

Mit dem Mietwagen sind wir mit unseren französischen Freunden zusammen Richtung Les Trois-Ilets gefahren. Unterwegs besuchten wir noch die Plattform, von der aus wir den Rocher du Diamant, den alleinstehenden Felsen, fotografierten.  Am Ort angekommen, haben wir das Auto parkiert und sind dann zu Fuss durch den Dschungelwald in die Anse Noire gewandert. Der Spazierweg war eine echte Herausforderung. Über Stock und Stein und kleinere Flüsse sind wir auf dem Trampelpfad ans Meer marschiert. Unten angekommen sind wir sogleich ins Wasser schnorcheln gegangen.
Nach dem Vergnügen hiess es, wieder den Rückweg anzutreten. Aber sicher nicht mehr den gleichen. Also sind wir auf der Hauptstrasse zurück zum Auto. Der Umweg war aber dann doch etwas länger, aber trotzdem viel bequemer als der Hinweg.
Beim nächsten Ausflug haben wir eine grosse Töpferei besucht. Anschliessend liessen wir uns in der Savanne des Esclaves etwas über die unschönen Teile der Geschichte Martiniques erklären und als letztes an diesem Tag haben wir noch die wunderschöne Parkanlage der Habitation Clement besucht und deren weltberühmten Rum ausprobiert.
Am dritten Tag gings in den Norden. Auf der Ostseite des Mont Pelée haben wir in den Gorges de la Falaises ein kurzes aber heftiges Canyoning-Abenteuer erlebt. Anschliessend fuhren wir zur Halbinsel La Caravelle, die La Trinité vorgelagert ist. Dort machten wir einen Spaziergang durch die Mangroven bis zum Chateau Dubuc.
Der letzte Tag begann so regnerisch, dass wir unseren Plan kurzfristig änderten und stattdessen nach Fort de France auf Shoppingtour gingen. In der Markthalle, wo Gemüse und Früchte verkauft wurden, befand sich in der oberen Etage ein kleines Restaurant. Ein herrliches 3-Gang Menü wurde uns dort serviert. Dann war der Regen vorbei und die Sonne strahlte wieder. Der Tag war aber noch nicht zu Ende. Wir hatten noch Zeit, in der Grande Anse d’Arlet eine weitere Schnorcheltour zu unternehmen. Die Nordseite der Bucht beherbergt viele Korallen und Fische in allen Farben.
Diese Tage sind sehr schnell vergangen und wir mussten uns wieder von Guylaine und Max verabschieden. Ihre Reisepläne sind nicht die gleichen wie unsere. Aber wir werden uns sicherlich irgendwo wieder einmal treffen.

Unsere weitere Route starteten wir am 08. Januar 2017 in Richtung Norden von Martinique, vorerst aber ankerten wir in der Grande Anse d’Arlet. Wir wollten wieder mal schwimmen und relaxen. Das Marinaleben ist vorläufig vorbei. Die wichtigsten Reparaturen sind gemacht. Jetzt können wir das Schiffsleben wieder richtig geniessen. Die Alamea Crew ist am Dienstag ebenfalls zu uns gestossen. 10 Tage nichts tun ausser lesen, baden, schnorcheln, essen und trinken….
Am 19. Januar sind wir nach St. Pierre im Norden von Martinique gesegelt. Dort blieben wir aber nur eine Nacht vor Anker. Wir hatten Lust auf etwas Neues. 
In St. Pierre haben wir unsere italienischen Freunde Gema und Sergio von der Zoe getroffen, die wir zuletzt vor ihrer Überfahrt von Santa Cruz, Teneriffa verabschiedet haben. Die beiden sind für Weihnachten nochmals nach Italien gereist und ihr Schiff haben sie in Martinique gelassen.
Team Zoe startete ebenfalls am nächsten Tag und die Alamea Crew ist noch vor Ort geblieben, um das Städtchen zu erkunden.


















Das Zoe-Team ist sehr früh gestartet in Richtung Dominica. Ihr Schiff ist schwerer und langsamer als unsere Harmonie. Wir sind dann eine Stunde später auch los. Schon nach etwas mehr als zwei Stunden hatten wir die Zoe überholt. Sie waren auf einem etwas ungewöhnlichen Kurs und ziemlich langsam unterwegs. Später erfuhren wir, dass sie ein Problem mit ihrer Windsteueranlage gehabt hatten. Nun ja, wir waren gut unterwegs und genossen das entspannte Segeln. 
Wir hatten das Gross ganz gesetzt und dazu das kleinere Vorsegel ausgerollt. Nach und nach hat aber eine andere Yacht zu uns aufgeschlossen. Das konnten wir so nicht zulassen und haben das kleine Vorsegel durch die Solent ersetzt. Das hat uns sofort um über einen Knoten schneller gemacht. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht hat Ueli mit angesehen, wie unser Gefolge immer mehr zurückblieb. Wir machten durch den Kanal oftmals über 8 Knoten Fahrt.
Kaum unten an der Südspitze von Dominica angekommen, ist der Wind eingeschlafen. Also Segel weg. Unter Motor sind wir dann Richtung Roseau gefahren. Um eine Boje zu bekommen, musste ich das Dominica Marine Center auf VHF 16 aufrufen. Marcus, der Verantwortliche des DMC hat uns Desmond mit dem grüngelben Boot Bullits geschickt, um uns zu einer seiner freien Bojen zu führen. Wir wurden sehr herzlich von Desmond (ein junger Mann mit Rastazopf und sehr glasigen Canabis-Augen) begrüsst und er meinte, nachdem wir an der Boje festgebunden waren, dass unsere Freunde auch gleich eintreffen werden. Wir überlegten, wen er als unsere Freunde bezeichnete, denn die Zoe war noch unterwegs und die Alamea war noch in St. Pierre. Aber dann kam das Schiff, das wir unterwegs abgehängt haben. Es waren auch Schweizer und sie wurden neben uns an eine Boje geführt. 
Schnell haben wir uns bekannt gemacht. Bei einem Panache haben wir dann Vera und Dominique von der Richard Parker kennen gelernt. Wie die Welt doch klein ist. Die beiden kennen die Zoe-Crew auch. Etwas später traf dann auch die Zoe ein. Bei dem gemeinsamen Sundowner in der Loft-Bar haben wir dann noch die deutschen Freunde der Richard Parker, die Johanna und den Stefan von der Good Times kennengelernt.
In den nächsten Tagen werden wir die Südhälfte Dominicas auf dem Landweg erkunden. Es soll viele Flüsse und Heisswasser-Quellen geben.
Marcus hat uns einen Guide vorgestellt, mit dem wir alle zusammen einen Ausflug an Land organisieren können. Unser Guide hiess Amstrong, ein unterhaltsamer und lustiger Typ. Mit einem Kleinbus sind wir zu acht zum Emerald Pool gefahren. Unterwegs hat Amstrong viele Stops gemacht, um uns Pflanzenarten zu zeigen, wie Zimtbaumrinde, Kaffeesträucher, eine Ananas Plantage, in der auch gleich noch Kohlköpfe angepflanzt wurden. Danach sind wir Richtung Middleham Falls gefahren. Diesen Wasserfall und den darunter liegenden Pool mussten wir uns durch den Regenwald erwandern. Aber diese zweistündige Anstrengung war das Erlebnis alleweil wert.  Wie kleine Kinder sind Armstrong, Ueli, Dominik, Stefan und Johanna immer wieder in das ziemlich kalte Wasser im Pool gesprungen. Als nächstes kam der Titou Gorge. Diese etwa 50 Meter lange und nur wenige Meter breite Schlucht mit einem kleinen Wasserfall am Ende diente auch als Kulisse für einen der Pirates of the Caribbean Filme. In die Schlucht kann man von einem kleinen Felsvorsprung in etwa 5 Meter Höhe rein springen. Armstrong machte es vor und Ueli hinter her. Am Ausgang der Schlucht gibt es eine natürliche Warmwasserdusche. 
Erst etwa um 15.00 Uhr gabs dann in einem Restaurant das vorbestellte Mittagessen, das wir alle mit Heisshunger verschlangen. Nach dem Essen gings weiter zu Trafalgar Falls. Das sind zwei unterschiedlich hohe Wasserfälle, die die Einheimischen Mama und Papa nennen. Der Papa-Fall ist etwa 70 Meter hoch. An seiner linken Seite gibt es mehrere Warmwasserquellen. Doch um zu den Quellen und dem Pool unter dem Wasserfall zu gelangen, mussten wir etwa 200 Meter über einen steilen, mit Felsblöcken gespickten Hang hochklettern. Auf den letzten 20 Metern gings dann noch über glitschige, gelbe Felsen, die von heissem Wasser überspült wurden, zum Pool hoch. Man beachte das Foto mit dem Aufstieg zum Wasserfall. Ohne Armstrong hätten wir diesen Aufstieg wahrscheinlich nicht gewagt. 
Das Alamea-Team ist zwei Tage später auch wieder zu uns gestossen. Sie haben auch einen Ausflug an Land gebucht. Ueli ist mit den Teams der Richard Parker und Good Times auf eine Hiking Tour zum Boiling Lake gegangen. Ich glaube, er hat auf der 7-stündigen Tour bei strömendem Dauerregen ziemlich gelitten…
Ich war auf dem Schiff geblieben, da ich zur Zeit wieder einmal mit einem Bandscheibenvorfall zu kämpfen habe. Am 27. Januar 2017 sind wir weiter nach Portsmouth in den Norden von Dominica gesegelt und haben uns an einer vorreservierten Boje festgebunden. Unsere Freunde sind auch mitgekommen. Hier sind wir 3 Tage geblieben. Mit dem Dinghi sind wir an Land und haben den Markt besucht und einige Früchte gekauft. Sonntagabend wurde von der PAYS, die Organisation welche die Bojenplätze verwaltet, ein Barbecue am Strand organisiert für all die Schiffe in dieser Bucht resp. diese die sich für das Fest angemeldet haben. Essen und trinken und vor allem Rumpunch à discretion. Es wurde gelacht und getanzt. Soviel Spass hatten wir schon lange nicht mehr. Montagmorgen sind wir mit dem Alamea Team ohne einen Kater vom Rum in Richtung Les Saintes gesegelt.






















Vier Stunden später sind wir auf den Iles Les Saintes eingetroffen. Eine freie Boje zu finden war gar nicht leicht. Wir hatten unterwegs einen Kampf mit einem Katamaran, der unbedingt vor uns einen Bojenplatz ergattern wollte. Vor Bourg, dem Hauptort von Les Saintes war alles besetzt. Also sind wir wieder etwas zurück in die Petite Anse beim Pain de Sucre gefahren. Dort hatten wir vorher mehrere nicht belegte Bojen gesehen. Der Alamea teilten wir dies per Funk mit. Der Kat hatte unsere Absicht erkannt und versuchte, noch vor uns in der Bucht anzukommen. Aber wir konnten uns die erste freie Boje schnappen und nun entbrannte ein Kampf zwischen der Alamea und dem Kat. Es wurde geschrien und geflucht. Unnötigerweise, denn es hatte ja genügend freie Plätze. Schlussendlich hatten alle Erfolg und der Tag war gerettet. Mehr als drei Tage sind wir in Les Saintes nicht geblieben, da wir ja am Samstag den 04. Februar 2017 in Guadeloupe unseren Besuch aus der Schweiz erwarteten. Damara und Marie Rose werden für eine gute Woche bei uns auf dem Schiff verweilen. Und wenn das Wetter und der Wind für uns gut steht, segeln wir mit Ihnen nochmals nach Les Saintes.


Sonntag, 8. Januar 2017

Achtung: Neue Telefonnummer

Mit einem Schweizer Prepaid-Abo bezahlen wir bei einem nicht angenommenen Anruf trotzdem CHF 4.-....
Deshalb haben wir jetzt eine lokale Nummer. Ab sofort sind wir daher - falls Netz vorhanden - auf +596 696 95 4803 erreichbar. Wir werden diese Nummer ab sofort auch auf unserer Hauptseite einblenden.
Heute gehts weiter Richtung Norden. Ab jetzt verbringen wir die Nächte vor Anker. Wir freuen uns auf die weissen Sandstrände und die Palmen...  :-))

Sonntag, 1. Januar 2017

Happy New Year

Wir wünschen allen unseren Lesern im neuen Jahr Gesundheit, Glück und viel Erfolg!

Samstag, 31. Dezember 2016

Atlantik-Überquerung

Am 06. Dezember um 12.00 Uhr machten wir die Leinen los in San Sebastian und sind zunächst noch an die Tankstelle gefahren um Diesel aufzutanken. Danach gings durch den markierten Kanal zusammen mit der Alamea aufs offene Meer. Wir haben das Gross und die Solent gesetzt und haben Kurs Richtung Süden genommen. Leider war der Wind nicht auf unserer Seite und wir mussten unseren Kurs auf West ändern. Um 18.00 Uhr ging schon die Sonne unter. Wir hatten vereinbart, Wachablösung im 3 Stunden Takt durchzuführen. Über Funk hatten wir der Alamea Crew einen schönen Abend gewünscht. Die Nacht verlief im einem ständigen Kurswechsel, da das Grossegel angefangen hat zu schlagen und wir mit wenig Wind das Grossegel nicht so ausfieren konnten wie wir wollten. In der ersten Nacht war die Alamea noch in Sichtweite, doch schon am nächsten Tag verloren wir aufgrund unterschiedlicher Kurse den Sichtkontakt. Wir fuhren anfänglich mit Motorunterstützung, da der Wind einfach zu schwach war. Aber nach etwa 24 Stunden hatten wir so starke Vibrationen im Antriebsstrand, dass es uns ratsam erschien, diesen Antrieb nicht weiter zu benutzen. Mehrere Wechsel vom Vorwärts- in den Rückwärtsgang verbesserten die Situation nicht. Zudem hatten wir von der Zoe-Crew wenig Gutes über Barbados gehört. 
Unter diesen Umständen entschieden wir uns schlussendlich, Barbados auszulassen und Le Marin auf Martinique anzulaufen. Die Hoffnung war gross, dort unseren blockierten Kiel und das Antriebsproblem fachgerecht gelöst zu bekommen.
Die nächsten zwei Tage brachten immer noch keine stabilen Windverhältnisse. Aber die von allen Seiten ankommenden Wellen liessen die Harmonie so schaukeln, das wir regelrecht im Boot herumgeschleudert wurden. Kochen in regelmässigen Wellen waren wir gewohnt. Aber so wurde das hier zu einer echten Tortur. Ueli hat sich beim Kochen resp. bei der Zubereitung von Gemüse mit dem Messer eine tiefe Fleischwunde bis auf den Knochen zugezogen. Selbst die Wundversorgung war eine grosse Herausforderung mit diesem Wellengang. Zahlreiche blauen Flecken „zieren“ jetzt unsere Körper.
Unsere italienischen Freunde von der Zoe, welche früher losgesegelt waren, haben uns über Email mitgeteilt, dass sie einige kleine Doraden unterwegs gefangen haben. Also versuchte Ueli es auch einmal mit fischen.
Wir hatten ein einziges Mal einen Fisch dran. Wie gross er war, hatten wir nicht gesehen. Aber er hat uns den Köder inklusive Stahlvorfach abgerissen. Und das war für Fische bis 50kg ausgelegt gewesen.
Dafür konnten wir täglich duzende fliegende Fische vom Deck einsammeln. Es haben sicher über 200 Fische wegen uns ihr Leben verloren.
Am 11. Dezember ist dann der Wind eingetroffen, den wir eigentlich erwartet hatten. Auf einmal ging es zügig los. Doch der stetige und stabile Passatwind war es auch nicht. Unser Kurs pendelte von Süd auf West und wieder auf Süd. 
Auf dem 19. Breitengrad wurden wir von einem 4-5 Meter langen Wal begleitet. Er zeigte uns immer wieder seinen weissen Bauch und wir waren nicht ganz sicher, ob er allenfalls unsere Harmonie für ein Weibchen gehalten hat. Er verfolgte uns bis in die Nacht hinein. Und auch beim Kurswechsel auf West blieb er an unser Seite. Da wir den ganzen Tag über keine Sonne gesehen hatten und wir auch nicht schnell genug unterwegs gewesen waren, startete ich um 22.00 Uhr den Motor um die Batterien wieder zu füllen. Nach einer Motorenstunde war der Wal weg. Das Brummen hat ihn offensichtlich irritiert…
Am 13. Dezember hatte ich meinen Geburtstag und Ueli hat für mich etwas Feines gekocht. Ich wollte noch Brownies für den Abend backen und habe voller Elan den Teig zubereitet. Es war eine Fertigmischung, die nur noch die Zugabe von Eiern und Wasser benötigte. Die Backform aus Karton war auch schon mit enthalten. Breitbeinig stand ich in der Küche um nicht herumgeschleudert zu werden wegen dem Wellengang, und habe die gerührte Masse in die Backform gegeben. Alles schien perfekt zu sein. Ich öffnete die Tür des Backofens um die Backform einzuschieben, was auch geklappt hatte. Doch beim schliessen der Tür blockierte ich kurz den Herd und konnte nur noch mitansehen, wie die ganze Schoggimasse sich im Backofen verteilte. Alles lief runter über den Brenner, ich konnte nur noch das Gas abstellen. Mir war zum heulen. Was für eine Sauerei, diese stickige Masse vom Brenner zu kratzen und den Herd zu reinigen! Eine ganze Stunde musste ich mich mit putzen, festhalten usw. herumschlagen. Ich war geschafft.

Der 1’000 Meilen Eintrag ins Logbuch am 13. Dezember versprach, dass wir jetzt immerhin einen Drittel der Strecke bereits hinter uns hatten.
Ab 14. Dezember kam es noch schlimmer, wir wurden von starken Böen und Squalls eingeholt.
Ganze 5 Squalls von 01.30-09.50 Uhr. Schlimmer noch 7-8 Meter hohe Wellen, Hexenkessel pur. Wir konnten keinen geeigneten Kurs finden. Die Wellen kamen aus allen Richtungen. Die eine Welle hatte unser an der Reling befestigtes Rettungsgerät weggerissen und den Aussenborder von der Halterung weggedrückt. Eine Welle stieg seitwärts ins Cockpit ein und spülte alles durch. Durch die Lüftungsöffnung der Backbordkabine ist Wasser eingedrungen und hat eine Matratze vollständig genässt. Was für eine Sauerei. Die schlimmste Nacht, ein Squall löste den anderen ab.
Dieses Wetter hielt an und kostete uns viel Energie. Wir hatten unsere Nachtwache auf 2 Stunden Intervalle verkürzt. Langsam fragte ich mich, wo ist da der stabile Passatwind, von dem mir Ueli immer erzählt hatte. Das konnte doch so nicht mehr weitergehen. Irgendwann sollte dieser Spuk doch vorbei sein. Täglich sind wir in unserem Ölzeug nass geworden. Nichts trocknete nach, auch im Salon innen war alles feucht und nass.
Wir versuchten es, mit neuen Strategien die Squalls zu umgehen. Zum einen reduzierten wir die Segel noch etwas mehr und zum anderen stiegen wir weiter ab Richtung 13. Breitengrad. Die Situation verbesserte sich dadurch etwas. Wir hatten wieder einmal einen Tag mit Sonnenschein. Den haben wir genutzt, um nach Tagen wieder einmal eine Dusche an Deck zu nehmen. Das tat gut und gab uns neue Kraft und Mut, um weiter durchzuhalten.
Weihnachten rückte näher. Am 24. Dezember um 12.00 Uhr Ortszeit konnte ich im Logbuch 2’847 Meilen eintragen. Zum Ziel sind es jetzt nur noch 119 sm. Am gleichen Abend konnte man schon von weitem die Helligkeit der Insel Martinique erkennen. Eigentlich wäre dies ja ein Grund zum Jubeln gewesen, aber uns war es nicht drum. Wir kämpften ja immer noch mit ständigen Squalls und Wellen. Der Wind hatte ein bisschen nachgelassen und Ueli hatte ausgerechnet, dass wir bei Tagesanbruch in den Kanal zwischen Martinique und St. Lucia einfahren werden. Wir segelten Richtung Leuchtturm an der Südspitze von Martinique, den wir bereits sehen konnten. Doch der Wind meinte es zu gut mit uns und legte noch mehr Tempo auf.  Bei Tagesanbruch waren wir bereits um die Südspitze von Martinique gesegelt.
Wir waren viel zu früh eingetroffen und mussten zwei Stunden warten, bis die Marina auf unseren Aufruf reagierte. Wir verbrachten die Zeit mit Segelübungen. Wir kreuzten in der Bucht vor Le Marin auf. Nach 19 Tagen achterlichen Winden hat man doch wieder einmal Lust auf einen hart am Wind Kurs und eine Wende… Und es wäre ja auch noch ok gewesen, wenn da nicht immer diese Squalls mit Massivregen und 35Knoten Wind gewesen wären. Um 08.00 Uhr am Weihnachtstag bekamen wir endlich Antwort von der Capitanerie. Trotz bestätigter Reservation vertrösteten sie uns stundenlang. Erst um 10.00 Uhr wurden wir per Funk aufgefordert, in die Marina einzufahren. Kurz vor dem Anlegesteg - wen wunderts - überrannte uns noch ein letzter Squall!  Punkt 11.00 Uhr waren wir am Steg fest. Ueli und ich umarmten uns, wir hatten es geschafft nach 19 Tagen auf hoher See, 2’954 Seemeilen hinter uns. Glücklich und müde habe ich gleich angefangen, die Harmonie vom Salz zu befreien. 

Die Harmonie ist wirklich ein robustes Schiff. Wir hatten bei der Überfahrt keinen einzigen Schaden im Bereich der Primärsysteme zu verzeichnen. Nur der Kühlschrank hat die 4 letzten Tage nicht überlebt. Die Pumpe der Kompressorkühlung ist wahrscheinlich aufgrund starker Krängung trocken gelaufen und ausgestiegen.

Hier vielleicht noch ein paar Zahlen: Wir machten Tagesstrecken (Etmale) von minimal 113 sm bis zu über 180sm. Obwohl wir eigentlich nie richtige durch stabile Passatwind regelmässig geformte Wellen ausreiten konnten, haben wir trotzdem Spitzengeschwindigkeiten von mehrmals über 17 Knoten aufgezeichnet. Während über 2/3 der Zeit hatten wir Wind über 25 oft bis zu 35 Knoten. Wir hatten bis zu 18 Squalls am Tag. 
Viele davon brachten eine Windrichtungsänderung von bis zu 30 Grad. Für die Überquerung haben wir keine 70 Liter Diesel verbraucht. Und diese vor allem in den ersten 3 Tagen. Der Hydrogenerator hat uns mit ganz wenigen Ausnahmen rund um die Uhr mit genügend Strom versorgt. Der Autopilot hat vielleicht 10 Mal Hilfe gebraucht. Ansonsten hat er uns als 3. Crewmitglied nie im Stich gelassen.

Am Weihnachtsabend hatte ich unser mitgebrachtes Bäumchen geschmückt. Und dann haben wir uns mit einem Partyfilet und einer Flasche Wein verwöhnt.
Es war schön, wieder in unserem Schlafzimmer schlafen zu können. Alles so ohne akrobatische Übungen. 
Das Gehen auf festem Boden war sehr ungewohnt. Anfänglich hatten wir so unsere Mühe, den Gang zu finden. 
Inzwischen ist auch die Alamea-Crew nach einem Kurzaufenthalt in Barbados hier eingetroffen.
Heute am 31. Dezember sind wir also wieder alle vereint und feiern zusammen mit unseren neuen französischen Freunden von der Legende de Val den Silvester auf unserem Steg.

Ab morgen haben wir für 4 Tage ein Auto gemietet und werden Martinique auf dem Landweg erkunden.


















Sonntag, 25. Dezember 2016

Karibik

heute um 11.00 Uhr sind wir endlich wieder an Land. Die Squalls haben uns bis ganz zuletzt verfolgt. Kurz vor dem Anlegemanöver wurden wir fürs letzte Mal in diesem Jahr von Regen und 35 Knoten Wind geplagt.
Wir sind stolz auf unsere Leistung und werden uns heute Abend mit einem feinem Essen am Weihnachtsbaum verwöhnen.
Euch allen wünschen wir schöne Weihnachten!

Montag, 5. Dezember 2016

Die Entscheidung

Heute Abend beim vertilgen eines feinen Fisches haben wir uns entschieden, direkt nach Barbados zu segeln. Der lang erwartete Passatwind steht stabil. Morgen gegen Mittag werden wir also San Sebastian verlassen und uns auf die ca. 2'600 Meilen Atlantikwelle begeben. D.h. wir werden uns erst in ca 20 Tagen wieder melden. Bitte mit Suchmeldungen solange warten... ;-)

Sonntag, 4. Dezember 2016

San Sebastian, La Comera

Früh um 06.00 Uhr sind wir dann los in Richtung La Gomera. Wir hatten von Anfang an das dritte Reff eingebunden da uns eine heftige See und Stark-Wind vorausgesagt wurden im Kanal zwischen den beiden Inseln Teneriffa und La Gomera - der sogenannte Venturi-Effekt. Bis zur Südspitze von Teneriffa hatten wir wenig Wind, und den manchmal sogar direkt auf die Nase. Kaum um die Ecke rum und schon gings los. Heftige bis zu 3 Meter hohe Wellen von der Seite und Wind … bis zu 35 Knoten!!! Alles andere, was wir von früheren Segeltrips kannten, erschien uns plötzlich ziemlich harmlos. Wir wurden immer wieder von den Wellenbergen überspült, sodass wir uns im Ölzeug nur noch unter unserem Hard-Dodger versteckten und dort warteten, bis der Spuk vorbei war. Ganze vier Stunden mussten wir so durchhalten, denn trotz starkem Wind kamen wir in diesen Wellen nicht sehr schnell vorwärts. Erst in der Hafeneinfahrt von San Sebastian konnten wir dann die Segel bergen und uns für das Anlegemanöver vorbereiten.
Vor der engen Einfahrt in die Marina wurden wir von einem Marinero mit seinem Dingi abgeholt und zu unserem Platz geführt. Auf einem grossen, nagelneuen Katamaran am Nachbarsteg habe ich dann unseren Freund Christophe entdeckt. Er hatte unser ganzes Anlegemanöver gefilmt. Wir begrüssten uns sehr herzlich. Immerhin hatten wir uns eine Weile nicht mehr gesehen. Wie abgemacht, hatte er unseren neuen Anker aus La Rochelle mitgebracht. Aber das Wiedersehen war von kurzer Dauer. Christophe hatte nur auf uns gewartet, um uns den Anker persönlich zu übergeben und ist dann nach einem gemeinsamen kurzen Apero in die Nacht Richtung Guadeloupe aufgebrochen. Doch er wird im Januar 2017 nochmals eine Yacht in die Karibik überführen und dann werden wir auf ihn warten!
Unser Kartenplotter ist auf der Überfahrt von Lanzarote nach Teneriffa ausgefallen. Alle Wiederbelebungsversuche schlugen fehl und so haben wir neue Hardware in Deutschland bestellt. Und tatsächlich sind dann innert einer Woche die zwei Pakete hier in San Sebastian eingetroffen. Ueli hat den neuen Radardom zusammen mit einem anderen Schweizer Einhandsegler montiert. Am Folgetag hat Ueli die ganzen elektrischen Anschlüsse und Verkabelungen gemacht. Der erste Test verlief nur teilweise erfolgreich. Aber im Gespräch mit unseren österreichischen Freunden von der Alrisha kam der entscheidende Tipp: der neue Bus muss terminiert werden. Also noch zwei Terminatoren einstecken und siehe: alles funktioniert perfekt. Jetzt sind wir auch hier auf dem neusten Stand der Technik. 
Aber damit sind noch nicht alle Probleme am Schiff aus der Welt geschafft. Im Moment sind wir nicht in der Lage, den Kiel anzuheben. Die Hydraulik lässt uns im Stich. Möglicherweise liegt es an einem Teil, das in der Herstellung kaum 20 Rappen kostet. Aber erstens getraut sich Ueli nicht, die Hydraulik zu öffnen und zweitens könnten wir dieses Ersatzteil hier innert nützlicher Frist gar nicht besorgen. Dieses Problem werden wir in der Karibik hoffentlich beheben können. Auf den französischen Inseln sollten qualifizierte Fachleute zu finden sein. Und über den Atlantik brauchen wir den Kiel sowieso ganz unten. 
Als Ablenkung von den diversen Arbeiten und Vorbereitungen auf der Harmonie haben wir zusammen mit der Alamea-Crew Rita und Hansueli mit dem Mietauto ein paar Ausflüge auf La Gomera gemacht. Diese Insel ist noch grüner als Teneriffa, einfach wunderschön. Siehe Foto’s.
Jetzt wird fleissig eingekauft für die lange Überfahrt nach Cap Verde und dann in die Karibik. Bis jetzt hatte sich keine stabile Passatwindlage etabliert. Aber die Vorhersage verspricht jetzt anhaltende nordöstliche Winde ab den nächsten Tagen. Deshalb werden wir voraussichtlich am Dienstag starten.

 Weihnachtsstern-Baum






 Aussichtsplattform, im Hintergrund der Teide




 Unsere Marina in San Sebastian