Montag, 12. Februar 2018

Barbuda-St. Barts

Am Samstag, 20. Januar 2018, sind wir um 09.00 Uhr los Richtung Barbuda. Die ganze Überfahrt war nass und rockig. Im groben Seegang mit durchschnittlich 7.5 Knoten Fahrt schuftete sich unsere Harmonie voran. Für die Stromversorgung unterwegs hatten wir unseren Hydrogenerator montiert, und natürlich waren auch die Solarpaneele im Einsatz. Schon nach kurzer Zeit waren die Batterien voll geladen. Sobald der Hydrogenerator nicht mehr laden kann, fängt dieser an laut zu brummen. Normalerweise würde man ihn dann hochziehen. Doch während der Fahrt diesen wieder ins Wasser zu lassen, geht bei voller Fahrt und hohen Wellen nicht mehr. Also habe ich kurzerhand alle an 230V aufladbaren Geräte an den Inverter angeschlossen, um so den Stromverbrauch anzuheizen. Zwei PC’s, zwei Elektrozahnbürsten, den Staubsauger und sogar die Nespressomaschine. Und schon wurde es wieder ruhig.
Barbuda ist ziemlich flach und so konnten wir die Insel erst kurz vor Ankunft erkennen. Gemäss unserem Guide wäre ein ankern ganz nahe an der Cocoa Beach nicht möglich gewesen. Eine  Privatzone für das Hotelresort soll mit Bojen gekennzeichnet sein, die aber nach dem Hurrikan fehlten. Wir ankerten in sandigem Untergrund. Wir waren nicht die einzigen Segler vor Ort. Vier weitere Boote waren auch vor Anker. Das Ausmass des Sturmes konnten wir vom Schiff aus schon gut sehen. Wir waren fassungslos, die ganze Insel ist zerstört. Mit dem Dinghi sind wir an Land gefahren, um das ganze aus der Nähe zu betrachten. Der Sandstrand war mega einmal abgesehen von all den entwurzelten Palmen. Der Sand war wie Puder, sehr fein und weiss wie Mehl. Was der Hurrikan angerichtet hat, ist verheerend. Überall lagen Teile von Gebäuden kreuz und quer. Oder ganze Konservendosen, noch ungeöffnete Wein- und Spirituosenflaschen, Stühle, Dächer usw. Die Bilder, die wir gemacht haben, sprechen für sich. Ich hatte bis dahin nur immer Bilder von Zerstörungen eines Sturmes im TV gesehen und nie in Natur. Unglaublich - und wo sind all die Leute geblieben? Auf der ganzen Insel brennt nachts nur ein einziges Licht irgendwo im Norden. Wahrscheinlich ist es ein kleiner Security-Posten. 
Nach zwei Übernachtungen sind wir am Montag morgen früh aufgestanden um nach St. Barth zu segeln. Immerhin waren es 67 Seemeilen und somit lichteten wir unseren Anker bereits um 06.15 Uhr. Der Tag brach an und wir konnten das Grosssegel setzen. Eigentlich hatten wir mehr Wind erwartet als nur mal 10 bis maximal 14 Knoten. Der wenige Wind mit trotzdem grobem Seegang machten die Überfahrt etwas mühsam. Der Tag wurde immer länger. Mit gutem Wind hätten wir bereits am frühen Nachmittag in St. Barth eintreffen können. Wir haben es dann aber doch noch geschafft, um 16.30 Uhr den Anker in Gustavia, St. Barth zu setzen. Gustavia ist ein charmanter Ort rund um den Hafen. Es gibt hier Megayachten und viele Villen mit ihren roten Dächern. Was vom Hurrikan zerstört worden war, ist hier bereits wieder aufgeräumt und aufgebaut worden. Eigentlich konnten wir hier praktisch keine Hurrikantrümmer mehr finden, bis auf ein paar Baracken ums Hafenbecken herum, aber auch dort waren die Arbeiter fleissig daran zu reparieren und renovieren. Wir hatten eine Lieferung von Bäumen und Palmen gesehen, die für den Wiederaufbau der Hafenanlage gebracht wurden. Mit einem Spaziergang rund ums Hafenbecken herum inspizierten wir die Umgebung. In einem italienischen Restaurant hatten wir Lunch. Ein Menu mit Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Kaffee und einem Getränk nach Wahl für sage und schreibe 20 Euro. Am nächsten Abend sind Christine und Marc von der Sauvage auch eingetroffen und ankerten nicht weit von uns entfernt. Mittwoch morgen sind wir mit Mike zusammen nochmals einkaufen gegangen, um am Nachmittag in die Anse du Colombier zu fahren zum schnorcheln. In der Stadt haben wir dann aber Marc und Christine angetroffen und sind gleich um die Ecke zum Bier, denn Marc hatte ja Geburtstag. 
Nach einigen Bieren und leicht angeheitert, mussten wir unbedingt etwas essen. Also sind wir alle zusammen noch einmal zum Italiener gegangen. Eigentlich wollte Christine mit Marc noch eine Inselrundfahrt mit einem Mietwagen machen und wir wollten ja in die Anse du Colombier fahren.  Der fortgeschrittene Tag und der Alkoholpegel liessen das aber nicht mehr zu. Also entschieden wir uns für eine kurze Inseltour mit einem Taxi. Natürlich nicht ohne Halt bei einer Bar zu einer Runde Bier. Zurück in Gustavia kaufte Ueli noch schnell Tuna-Steaks ein, um diese auf der Sauvage zu grillieren. Donnerstag morgen ist Mike schon mal losgefahren zur Anse du Colombier. Wir folgten ihm eine Stunde später. Es sind nur gerade 2,6 Meilen zu fahren. Die Anse Colombier ist ein Marinepark und man darf hier nicht ankern. Dafür gibt es Mooringbälle. So wird der Untergrund aus Korallen und Seegras nicht beschädigt. An den Mooringbällen kann man sich nicht so einfach einhaken, denn sie sind an einem dicken und schweren Stahlseil befestigt. Nach einem erfolglosem Versuch kam uns Mike schwimmend zu Hilfe. Christine und Marc sind am Nachmittag auch eingetroffen und Christine versuchte mit dem Bootshaken die Boje zu heben, worauf der Haken hängengeblieben ist und sie ihn nicht mehr lösen konnte. Ueli ist dann ins Wasser gegangen, um ihnen zu helfen. Die ganze Aktion war nicht einfach und am Schluss war die Sauvage dann angebunden und der Bootshaken kaputt. 
In der ganzen Bucht gibt es viele Wasserschildkröten. Die Bucht gehörte früher den Rockefellers. Man kann noch das Gebäude auf dem Hügel sehen, es ist aber nicht mehr intakt. Am super schönen Sandstrand sonnten sich einige Touristen und beim schnorcheln kann man den Wasserschildkröten beim grasen zusehen. Natürlich gibt es auch viele farbige Fische. Ein Baracuda hat mich eine Weile aus Neugierde verfolgt, doch beim nächsten Fischschwarm war er weg. 

Früh am Morgen los Richtung Barbuda


Barbuda Cocoa Beach




 
Valiant

St. Barts




Unser Ankerplatz ganz hinten beim Felsen

Umgebung in St. Barts


Marc im Taxi


Sonntag, 28. Januar 2018

West-Nordküste Antigua

Seit dem 1. Januar 2018 hat der Wind zugenommen. Wir hatten immer um die ca. 20 kn und Schwell am Ankerplatz in Falmouth Harbour.  Um 10.00 Uhr sind wir in die Carlisle Bay im Südwesten von Antigua gesegelt und haben dort in 3 Meter Wassertiefe geankert. Diese Bucht ist vom Schwell geschützt, nicht aber vom Wind, der immer noch um die 20 kn blies. Mit dem Dinghi sind wir mit Mike von Valiant an Land gegangen, um den schönen Sandstrand und die Hotelanlage zu besichtigen. Das Resort hatte vier Restaurants, drei Bars und ein Blue Spa. Alles ganz schön teuer hier. An der Pavilion Bar kostete uns das Wadadli Bier (Lokalbier 2,5 dl) ganze 7 US-Dollar. Nach einer Nacht sind wir weiter in die Picarts Bay. Auch diese Bucht war wunderschön. Der Strand trägt den Namen Darkwood Beach. Von hier aus konnte man im Hintergrund die Insel Montserrat sehen. Mit einem schönen Sonnenuntergang ging auch dieser Tag zu Ende. Die nächste Bucht, Morris Bay, haben wir ausgelassen und sind direkt ausserhalb vor Jolly Harbour an Anker gegangen. Hier waren wir vom Schwell auch gut geschützt. Mike musste mit der Valiant in die Marina, da er noch ein Problem mit dem Windmesser zu lösen hatte. Er besitzt keinen Wassermacher und muss ab und zu in eine Marine um Wasser, Benzin und Diesel zu tanken. Jolly Harbour ist eine Vollservice Marina und bietet Platz für bis zu 152 Yachten an Stegen und an 13 Moorings. Ein langer weiter Channel führt zur Marina. An diesem Kanal befinden sich ca. 500 zweistöckige Reihenhäuschen mit eigenem Schiffsplatz davor. Beim Trockendock ist eine Wäscherei und somit konnte ich mal wieder die grosse Wäsche dorthin bringen. Fixleintücher und die gesamte Frotteewäsche lasse ich liebend gern von der Wäscherei waschen und trocknen. Unsere T-Shirts und Shorts wasche ich meistens von Hand auf der Harmonie. Sehr gute Restaurant sind bei den Docks und es gibt Allerlei zu essen, wie Italienisch, Griechisch, Grill usw. Beim Casino nicht weit vom Dinghi Steg ist auch ein Epicurean Supermarket mit frischen Produkten und diversen Goodies. Es gibt einen noch grösseren Epicurean ausserhalb von St. John’s. Dort waren wir von Falmouth Harbour aus mit dem Bus einkaufen. Vier Tage haben wir uns hier aufgehalten und der Wind wollte überhaupt nicht aufgegeben. Das Wasser wechselte in eine türkis-milchige Farbe, auch der Schwell wurde mehr und es regnete auch immer wieder zwischendurch. Der Ankerplatz war ok, aber die Motorjachten, die im Kanal zur Marine hin und her fuhren, waren lästig. Sie schlugen viele Wellen, die die Harmonie mächtig durchschüttelten. Am letzten Tag sind noch unsere Schweizer Freunde Christine und Marc von der Sauvage mit ihren Gästen eingetroffen. Wir hatten die Crew von der Sauvage in Guadeloupe kennengelernt. Wir hatten sie kurz begrüsst, denn Ihre Gäste hatten am Nachmittag ihren Rückflug in die Schweiz. Ein Wiedersehen mit der Sauvage war geplant in einer der Buchten der Westküste Antigua’s. Am Montag 8. Januar wollten wir los zur Deep Bay, doch beim Anker hochholen versagte die Fernbedienung. Zwar war der Kontakt zum runterlassen da, aber nicht der zum aufholen. Und nun, was tun? Den Anker von Hand raufziehen war nicht die erste Option. Aufgrund eines früheren ähnlichen Problems hatten wir uns eine Ersatz-Fernbedienung angeschafft, jedoch nicht das gleiche Modell. Wir hatten uns schon vorbereitet, diese neue Fernbedienung ans vorhanden Kabel anzuschliessen. Aber vorerst öffneten wir die alte Bedienung und ich hatte die Idee, alle Kontakte drinnen zu reinigen, die irgendwie ein bisschen milchig aussahen. Dann nochmals ein Versuch, bevor das Gehäuse wieder geschlossen wurde und siehe da: es funktionierte wieder tadellos. Uns fiel ein Stein vom Herzen, denn die besagte Übung mit neuer Verkabelung etc. wäre aufwendiger gewesen. Wir holten den Anker hoch, vollbeladen mit Lehm, Muscheln und Sand. Es dauerte einen Moment, bis ich den Anker mit dem Bootshacken gereinigt hatte. 
Die Deep Bay ist eine sehr schöne, geschützte Bucht mit einem langen Sandstrand. In der Mitte der Bucht liegt das Wrack eines Dreimasters, die Andes. Das von Trinidad gestartet und mit Torf beladene Schiff ist 1905 aufgrund eines Feuers an Bord in der Deep Bay gesunken, nachdem man ihnen die Einfahrt in den Hafen von St. John verwehrt hatte. Mittlerweile ist das Wrack mit Korallen überzogen und viele kleine Fische fanden hier ihr Zuhause. Je nach Tide ist einer der Masten über Wasser sichtbar. Zum Schnorcheln wäre das Wrack ideal, da es nicht so tief sitzt. Am Strand wären eigentlich ein Restaurant und eine Hotelanlage. Aber es ist momentan alles geschlossen, weil wegen einem Besitzerwechsel Renovationen vorgenommen werden. Der Wind hatte in der Nacht zugenommen und unsere Blache zum Sonnenschutz wurde mächtig strapaziert. Einige Nähte drohen sich aufzulösen. Also mussten wir sie runternehmen. Wir hofften, in der nächsten Bay nicht mehr so viel Wind zu haben. 
Die Dickenson Bay war genau das, was wir gesucht haben: wenig Schwell und wir waren in der nördlichen Seite der Bucht, wo es ruhiger war. Der lange Sandstrand war sehr belebt, viele Badegäste von der Hotelanlage Sandels und anderen Ferienbungalows sonnten sich hier. Einige kleine Restaurants und Bars waren auch vorhanden. Die Preise hier waren in Ordnung. Das Bier war nicht so teuer, aber für das WIFI wollten Sie 2 US-Dollar haben. Am Ende des Strandes haben wir ein wirklich empfehlenswertes Restaurant gefunden. Ana’s Resto, stylisch in pink und rotem Dekor. Hier hatten wir einen feinen Lunch und das WIFI war gratis.
Michael erwartete einen Seglerfreund, auch ein ehemaliger Militärpilot, der jetzt für Delta fliegt. Simo ist sein Spitzname. Ganz in der Nähe von Parham Harbour ist der Flughafen und somit ankerten wir in der Nähe. Die Gegend dort wirkt nicht gerade einladend. Bei der North Sound Marina gibt es eine Entsalzungsanlage. Die grossen Motoren dort produzieren rund um die Uhr enormen Lärm und Abgase. Nahe beim Fischerhafen hatten wir den Anker gesetzt. Nun ja, wir mussten hierher um Simo abzuholen. Bei den Fischern durften wir unser Dinghi festbinden und dann machten wir einen Spaziergang durchs Dorf. Viel gab es nicht zu sehen: ein verschlafenes Dorf mit mehr Hunden und Hühnern als Menschen, ein kleiner Einkaufsladen und eine einzige Bar, The Big Bamboo Bar. Und zuletzt aber für mich etwas erfreuliches: eine moderne Wäscherei, die den Namen Snow White trägt. In der Bamboo Bar hatten wir, glaube ich, das günstigste Bier seit langem getrunken - 3 EC Dollar, also etwa ein Euro. Natürlich haben wir im Einkaufslädeli 24 Flaschen Bier gekauft. Die Verkäuferin war so verdutzt, dass wir so viel Bier gekauft haben, dass sie nicht einmal den Preis dafür wusste. Dann haben wir die Waren zurück aufs Boot gebracht und sind dann mit dem Dinghi zur NS Marina gefahren. Diese Marina ist eigentlich nur eine Bootswerft mit einem grossen geteerten Terrain und einem Hebekran für 150 Tonnen. Ein Budget Marin Laden war auch vorhanden. Auf dem Areal standen viele vom Hurrikan getroffene Charterschiffe in schlimmem Zustand herum. Fast täglich werden hier noch kaputte Schiffe angeliefert, um sie entweder zu reparieren oder als Ersatzteillager auszuschlachten. Am nächsten Tag verlagerten wir unsere Schiffe in die Nähe der NS Marina, um am Folgetag Simo abzuholen. In der Dickenson Bay machte unsere Wasserpumpe erste Probleme. Manchmal lief die Pumpe einfach weiter, auch wenn alle Wasserhahnen abgestellt war. Also mussten wir uns um dieses Problem kümmern, solange wir noch in Parham waren. Ueli konnte einen Techniker auf unsere Harmonie organisieren. Reparieren konnte man die Pumpe nicht mehr, diese war halt schon 11 Jahre alt. Im Budget Marin musste Ueli eine neue Wasserpumpe kaufen. Die einzige verfügbare Pumpe passt nicht ganz und ist extrem laut. Aber sie liefert Wasser. Das richtige Produkt haben wir dann in den USA bestellt. Ein weiterer Gast, der auf die Valiant kommt, wird uns diese anfangs Februar mitbringen.

Mit Simo an Board von Valiant sind wir zur Great Bird Island gesegelt. Diese Gegend ist bekannt zum schnorcheln. Früher waren auf dieser Insel viele tropische Vögel beheimatet. Aber eine Rattenplage hat die Population ziemlich reduziert. Aber offensichtlich wurden die Ratten vor einigen Jahren ausgerottet. Mit dem Dinghi sind wir zu den Korallenriffs gefahren, um zu schnorcheln. Unsere Schweizer Freunde Christine und Marc waren inzwischen auch wieder zu uns gestossen. Wir haben allerei Fische gesehen unter anderem einen Adlerrochen und zwei ganz herzige, grosse Pufferfische, die miteinander gespielt haben. Simo war nur für eine knappe Woche Gast auf der Valiant. Wir sind dann mit einem Stopp in der Dickinson Bay nach Jolly Harbour zurück gesegelt, um ihn dort wieder an Land zu entlassen.

Jolly Harbour 

Dickenson Bay 










Ana's Resto, Dickenson Bay




Deep Bay


 NS Marina, Parham






Freitag, 5. Januar 2018

Guadeloupe-Antigua Dezember 2017

Am Dienstagmorgen sind wir sehr früh um 04.30 Uhr aufgestanden, um Nora nach Pointe à Pitre zu fahren, da sie wieder zurück in die Staaten musste. Die Fahrt zum Flughafen war anstrengend für Ueli, da das Licht am Auto schlecht eingestellt war und es um diese Zeit keine Strassenbeleuchtung gab. Dazu kamen noch einige Regengüsse, die die Sicht zusätzlich verschlechterten. Nach einer Stunde Autofahrt sind wir am Flughafen angekommen und Michael musste sich von seiner Freundin verabschieden. Auf dem Rückweg zur Marina Rivière Sens sind wir noch für einen Café mit Croissant in die Marina Bas-du-Fort gefahren. Im Dreyland (Einkaufszentrum) haben wir uns noch für die kommenden Festtage verprovisioniert. Mittwoch motorten wir nach Pigeon Island. Hier ankerten wir für zwei Tage. Wir wollten von hier aus direkt nach Antigua segeln. Die Wettervorhersage sagte wenig Regen und gute Windverhältnisse voraus. Seit wir in Guadeloupe angekommen sind, hat es fast täglich geregnet.
Freitag um 06.15 Uhr - bei Tagesanbruch - motorten wir nordwärts Richtung Deshaies. Viele Segler ankern in Deshaies, um von da aus nach Antigua rüber zu segeln. Der Ankergrund ist in dieser Bucht aber nicht sehr gut und es wird auch sehr schnell tief. Wir hatten im Frühling 2017 auch erst nach mehreren Versuchen den Anker setzen können. Trotzdem ist die Bucht in Deshaies immer voll mit Segelschiffen.
Wir setzten das Grossegel ins 2. Reff und die Solent. Anfangs hatten wir drehende Winde und nur 3 kn Wind. Doch als wir dann in den Kanal zwischen Guadeloupe und Antigua kamen, mussten wir sofort die Solent einrollen und unser neue Fock, die Trinquette setzen. Mit Wind bis über 25 Kn und hohem Wellengang war unsere Harmonie mit über 8 Knoten Fahrt in ihrem Element. Zwar wurden wir immer wieder durch Spritzwasser vom Wellengang nass, dennoch genossen wir diese Überfahrt in vollen Zügen. Um 14.00 Uhr setzten wir den Anker in Falmouth Harbour.
Die Festtage in Antigua zu verbringen, war eine gute Entscheidung. Hier regnete es sehr wenig. Die paar Minuten Regen die wir hatten, reichten kaum, um die Harmonie vom Salz zu befreien. Dafür hatten wir Wind, jeden Tag dauernd zwischen 15-20 Knoten. Am Heiligabend sind wir in das Italienisches Restaurant Cambuso dinieren gegangen. Sehr nettes Lokal mit Aussenterrasse und einer  wunderschönen Aussicht auf Falmouth Harbour, wo hunderte Schiffe ankerten. Die Lichter und Weihnachtsbeleuchtungen an den verschiedenen Segelschiffen und Megajachten erleuchteten die grosse Bucht märchenhaft. Am Weihnachtstag hatten wir traditionell unser Fondue Chinoise auf der Harmonie. Dieser besondere 25.12. erinnerte uns an die Ankunft in Martinique nach der anstrengenden Atlantik-Überquerung vor einem Jahr (2016). Um so mehr konnten wir den Weihnachtsabend in vollen Zügen geniessen.
Mit einem lokalen Bus sind wir in die Hauptstadt von Antigua, St. John’s gefahren. Schon von weitem konnte man die riesigen Kreuzfahrtschiffe erkennen. Zur Zeit waren drei Schiffe vor Ort, doch manchmal sind es noch mehr. Auch bei uns vor Falmouth Harbour stationierten sich die Riesendinger. Die Queen Mary 2 war hier, ebenfalls das immer wiederkehrende Club Med 2 Schiff, das allerdings wie ein Zwerg im Vergleich zu den anderen Schiffen aussah. St. John’s ist hauptsächlich auf den Tourismus der Kreuzfahrtschiffe ausgerichtet. Man findet viele teure Shop’s rund um das Hafenareal. Im Zentrum gab es auch nur Kleidershops für die Touris. Um Lebensmitteleinkäufe zu tätigen, mussten wir ausserhalb vom Zentrum in ein Einkaufszentrum gehen. Antigua ist kein billiger Ort. Die Preise hier sind oftmals höher als in der Schweiz. Nach Weihnachten machten sich immer mehr Megajachten auf und davon. Möglicherweise nach St. Barth für die grandiose Silvesterparty der Superreichen. Waren vor Weihnachten noch ca. 20 Segeljachten mit rotem Ankerlicht (mindestens 35 Meter Masthöhe) hier, so waren es am Silvestertag nur noch gerade drei… 
Wir feierten den Silvester mit einem feinen Essen im Falmouth Harbour, danach sind wir auf die Valiant und haben mit Prosecco auf das neue Jahr angestossen. Kurz nach Mitternacht wurde der Himmel mit dem grossen Feuerwerk von Nelson’s Dockyard und einem weiteren an der Pigeon Beach in Falmouth Harbour erleuchtet. 
Am Neujahrstag starteten wir in unser zweites Jahr in der Karibik. Wohin unsere Reise geht, ist noch alles offen. Vorerst umrunden wir Antigua, bevor es weitergeht Richtung Barbuda….

Sonnenuntergang in Pigeon Island, Guadeloupe

Valiant ist klein gegenüber diese Motorjacht

Wanderung auf Betty's Hope, English Harbour, Antigua



Weihnachtsbaum auf Harmonie mit selbstgebackenen Rosinenhöckli von Ueli

Unser Fondue Chinoise am Weihnachtstag

Queen Mary 2

St, John's Harbour







Dienstag, 19. Dezember 2017

Martinique-Iles de Saintes-Guadeloupe

Am 10.11.2017 sind wir in Le Marin, Martinique eingetroffen. Den Stegplatz hinter der Tankstelle hatte ich zuerst gutgeheissen, doch der Rummel um diese Tankstelle und der Geruch nach Diesel und Benzin motivierten mich dann doch nicht so, dass ich hier eine Woche verbringen wollte. Also bin ich mit unserem Velo zur Capitanerie gefahren um einen besseren Slip zu bekommen. Nach einer Wartezeit von zwei Stunden konnten wir die Harmonie auf den viel ruhigeren Steg 6 umplazieren. Am Abend waren wir bei der Alamea zu Besuch. Rita und Hansueli sind auch wieder von ihrem Aufenthalt in der Schweiz zurück, um weitere Monate hier in der Karibik zu verbringen. Sie planen jedoch Ihr Schiff im April 2018 nach Europa zurückzuführen. Wir hatten einen lustigen Abend mit Pizza, Wein, Bier etc. und mit dabei waren die deutschen Freunde von Rita und Hansueli, Bernd und Kirstin. 
Am Sonntag war es dann soweit: Ueli packte nur das Nötigste ein für die Reise in die Schweiz. Wir hatten ein Mietauto für diesen Tag gemietet, da ein Taxi zum Flughafen ganze 100 Euro gekostet hätte. Für das Mietauto bezahlten wir nur 30 Euro. Dazu kommen noch ein paar Euro fürs Benzin. Mit Michael von der Valiant (war auch in Le Marin vor Anker) fuhren wir zuerst zur Grande Anse d’Arlets auf einen Drink. In dieser wunderschönen Bucht hatten wir im Frühling bereits einige Tage geankert. Danach verabschiedeten wir uns von Ueli am Flughafen und kehrten zurück nach Le Marin.
Die nächsten Tagen hatte ich allerhand zu tun. Montagmorgen zu Incidences Voile Caraibe mit dem Velo fahren. Ueli hatte das neue Vorsegel, die Trinquette, bestellt, jedoch fehlten die genauen Masse. Also musste ich jemanden organisieren, der auf die Harmonie kam um Mass zu nehmen. Danach der nächste Termin bei Caraibe Gréement. Der Furler der Trinquette hat bereits 11 Jahre auf dem Buckel und machte seit einiger Zeit Probleme. Bei beiden Terminen wurde mir versprochen, dass sich die zuständigen Leute bis am Montagnachmittag bei mir melden resp. aufs Schiff kommen würden. Am Dienstag hatte ich dann den Zuständigen von Incidences Sailes an Bord und am Mittwoch wurde dann auch der Furler demontiert. Die ganze Woche durch war ich damit beschäftigt, den Innenbereich unsere Harmonie zu reinigen. Die Feuchtigkeit und die Wärme in Grenada hatten hier und da einige Spuren hinterlassen. Mit Essigwasser konnte ich die leicht angegrauten Flecken in Schränken etc. entfernen. Am Abend war ich meistens beim Apero entweder mit Michael oder mit Kinga. Kinga, eine sehr nette Frau, hatte ich auf dem Steg 6 kennengelernt. Sie hatte auf einem Schiff, das nach Brasilien hätte segeln sollen, als Crew angeheuert. Doch die Kommunikation zwischen ihr und dem Skipper war nicht sehr gut. Deshalb hatte sie sich entschieden, ein anderes Schiff aufzusuchen, das sie im Internet gefunden hatte, und das in Panama stationiert war. Michael und Megan von Grenada waren auch in Le Marin vor Anker und haben mich besucht.
Ueli war zusammen mit Jonathan von der Calypso auf dem Rückflug nach Martinique. Ich hatte beide am Flughafen abgeholt und am Abend sind wir alle zusammen ins Restaurant. Michael und Megan sind auch kurz bei uns vorbei gekommen um sich zu verabschieden. Ihre Weiterreise nach Puerto Rico stand an.
Der neue Furler wurde kurz bevor wir nach St. Anne vor Anker gegangen waren, montiert. In St. Anne warteten wir dann auf unser bestelltes Segel. Michael war kurz noch in St. Anne, ist aber dann weiter Richtung Guadeloupe gesegelt. Michael musste seine Freundin Nora in Pointe à Pitre abholen, die für 16 Tage auf sein Schiff kam. Es war abgemacht, dass wir uns auf den Iles des Saintes wieder treffen. Freitag 01. Dezember ist dann unser neues Segel eingetroffen. Am Samstag um 15.45 Uhr hiess es Anker hoch und ab nach des Saintes. Wir hatten einen Nachtschlag geplant, non Stop nach des Saintes. Die ganze Überfahrt sind wir mit Motorunterstützung gesegelt, weil wir relativ wenig Wind hatten. Dafür hatten wir den Vollmond, der uns durch die Nacht begleitete. Als wir die Insel Dominica passierten, sahen wir nicht sehr viele Lichter. Die Insel wurde ziemlich stark durch den Hurrikan Maria beschädigt. 
In des Saintes angekommen, haben wir uns eine Boje in der Anse a Cointre geschnappt. An diesem Ort waren wir schon öfters. Hier haben wir im Februar 2017 Michael von Valiant kennengelernt. Das Hotel Bois Joli ist zur Zeit geschlossen. Der Hurrikan hat die Hotelanlage ziemlich verwüstet. Die Reparaturarbeiten brauchen Zeit. Die Wiedereröffnung ist erst für März 2018 geplant. Der Dinghisteg wurde auch sehr beschädigt, doch wir konnten trotzdem unser Dinghi festbinden um in das Städtchen Bourg zu wandern. Am nächsten Tag ist Michael mit Nora von Pointe à Pitre zu uns herüber gekommen. Wir halfen ihm, Valiant an einer Boje festzubinden. Wir sind fast täglich ins Städtchen Bourg marschiert, entweder zum einkaufen oder ins Café für Internet. Auf der Atlantikseite haben wir die Strände besucht und uns das Ausmass der Verwüstung angesehen vom Hurrikan. Es gibt noch einiges zu tun auf dieser Insel. Müllentsorgungs- und Recycling-Maschinen wurden auch übel zugerichtet. Die ganze Abfallentsorgung funktioniert momentan noch nicht.
Nach einer Woche Aufenthalt in des Saintes sind wir in die kleine Marina Rivière Sens an der südwestlichen Ecke von Guadeloupe gesegelt. In Pointe à Pitre waren die Plätze im Hafen ausgebucht. Da Nora wieder von Guadeloupe zurück in die Staaten fliegt, wollten wir in Guadeloupe bleiben und noch einige Landausflüge machen. Die kleine Marina ist sehr gemütlich, es ist ruhig hier. Einen grossen Sandstrand direkt neben der Marina hat es auch. Einige Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten wie eine Bäckerei, Metzgerei und Lebensmittelgeschäft sind zu Fuss erreichbar. Mit dem Mietauto haben wir einige Ausflüge gemacht. An meinem 60. Geburtstag wanderten wir auf den Le Soufriere. Dieser Berg ist selten wolkenfrei und somit nutzen wir die Gelegenheit, bei wunderschönem Wetter den steilen Weg nach oben zu steigen. Wir sind allerdings nicht bis ganz nach oben gewandert, da wir von der Zeit her etwas zu spät unterwegs waren. Für diese Wanderung sollte man bereits um 08.00 Uhr losziehen. Dennoch hatten wir von 1264 Meter einen wunderschönen Ausblick aufs Meer. Am Abend hatte Ueli für mein Geburtstagsessen ein schönes antikes Restaurant ausgesucht. Das Essen war hervorragend. 



Marina Le Marin, Martinique


Der alte Furler


Vollmond beim Le Diamant

Die Ankerbucht in St. Anne, Martinique


Sonnenuntergang in St. Anne

Hotel Bois Joli in Anse à Cointe, Iles de Saintes




Super Aussicht auf unsere Schiffe in Anse à Cointe


Die verwüsteten Strände auf der Atlantikseite des Saintes





Die kleine Marina Rivère Sens, Guadeloupe



Auf dem Weg zum Le Soufrière




Tischbouget für mein Geburtstagsessen


Ente mit scharfer Sauce


Dessert


Michael, Nora, Silvia und Ueli


La Maison du Cacao in Ponte Noire


Der Strand und Ankerplatz, Le Cosier