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Mittwoch, 14. Februar 2018

Sint Maarten & St. Martin-Anguilla-Sint Maarten

Die nächste Insel Sint Maarten & St. Martin ist nur gerade 13,7 Seemeilen von Le Colombier entfernt. Diese Insel ist in der Mitte unterteilt. Der Norden gehört den Franzosen (St. Martin) und der Süden den Holländern (Sint Maarten). Wir haben in der Bobbys Marina in Philipsburg, Sint Maarten einen Marinaplatz reserviert. Gemäss den Wetterdaten war für die nächsten Tage mit viel Wind zu rechnen und da wären wir in einem Marinaplatz ruhiger gelegen. Die Kommunikation mit dem Dockmaster erwies sich als ziemlich anstrengend. Funkkanalwechsel von VHF 16 auf VHF 67 und keiner konnte einander verstehen. Wir benötigten die Information, wo unser reservierter Platz war und ob uns jemand helfen würde. Speziell für Mike war es wichtig, da er ja alleine auf der Valiant ist. Nach langem hin und her sind wir in die Marina eingelaufen. Wir mussten dann allerdings noch einmal rausfahren und rückwärts wieder in die enge Wasserstrasse und zwischen die Docks aus Beton einparken. Eigentlich sind diese Plätze überhaupt nicht für Segelyachten geeignet. Auch der Dockmaster hat wenig Erfahrung mit Segelbooten, wollte er uns doch bei über 20 Knoten Wind zu einem Wendemanöver an Ort und mit allenfalls einem Meter vor dem Schiff und einem dahinter bewegen… Ein weiterer Segler hat die Kommunikation zwischen Dockmaster und Mike mitgehört und ist dann auf Mike’s Valiant gekommen, um ihm beim Hafenmanöver zu helfen. Bobbys Marina ist eigentlich nur für kleinere Motorboote gedacht, die Marina bietet wenig. WC und Duschen sind öffentlich und mit einem Münzautomat (25 Cents) versehen. 
Nach einem ausgiebigen Spaziergang in der Great Bay konnten wir hier auch die Verwüstungen vom Hurrikan sehen. Zerstörte Hotelanlagen, Restaurants, Wohngebäude, aber auch einige bereits wieder instand gestellte Restaurants und natürlich den wunderschönen Sandstrand. Hier sind auch viele aktuell leere Liegeplätze für Hotelgäste oder Kreuzschifffahrer. Die Stadt profitiert von den Kreuzfahrtschiffen, die wieder täglich eintreffen, manchmal bis zu drei auf einmal. In der Front- und Back-Street sind die teuren Boutiquen offen und warten auf Kundschaft. Wir profitierten von einem nahegelegenen und gut bestückten Supermarkt. Und beim täglichen Drink vom guten Wifi im Green House Restaurant. Wie angekündet hatten wir für die nächsten Tage Windgeschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten oder mehr. Unser Marinaplatz war für die vorherrschende Windrichtung ziemlich ungeeignet, nämlich quer zum Wind. Auch mit hochgezogenem Kiel berührten wir bei Niedrigwasser fast Grund. Jedenfalls krängte das Boot in Windböen bedenklich. Wir sicherten die Harmonie mit zusätzlichen Leinen um zu verhindern, dass die Fender am Betondock zerstört werden. Eine ungemütliche Situation.
Unser guter Freund und Profi-Skipper Christophe aus Les Sables d’Olonne hat uns besucht. Er war für einige Tage in St. Martin in Marigot stationiert. Die Wiedersehensfreude war gross, er staunte über die neuen Davits an der Harmonie, die wir in Grenada hatten machen lassen. Wir haben Christophe das letzte Mal in San Sebastian auf La Gomera getroffen. Unmittelbar bevor wir zur Atlantiküberquerung aufgebrochen sind.
Ein Knall und Pfeifgeräusch und aus dem 9-jährigen Dinghi von Valiant war die Luft entwichen. Es war schon an vielen verschiedenen Stellen geflickt worden, doch jetzt ist es definitiv am Ende. Mike musste unbedingt ein neues Dinghi kaufen, zumal er noch eine Crew in der Simpson Bay erwartete. Nachdem der Wind nachgelassen hatte, sind wir in die Simpson Bay Lagoon gefahren. Um 11.30 Uhr öffnete sich die Ziehbrücke und wir ankerten in der Lagune. Hier drin ist das Wasser seicht. Unser erster Ankerplatz war trotz hochgezogenem Kiel nicht gut. Bei Niedrigwasser wären wir aufgesessen. Also nochmals Anker hoch um mehr Wasser zu finden. Die Aussicht in der Lagune macht keinen Spass. Überall liegen halb versunkene Schiffwracks herum und das Wasser ist stellenweise eine braune Suppe. Die Sauvage hat in der Island Waterworld Marina einen Platz gefunden. Sie mussten ihren Aussenbordmotor reparieren lassen. Mike’s Crew war eingetroffen und ein neues Dinghi hatte er auch gekauft. 
Christoph holte uns mit seinem Mietwagen für eine Inselrundfahrt ab. Er kennt sich hier aus und weiss wo und was wir besuchen können. Auf der Insel gibt es überall massive Schäden. Trotzdem findet man auch bereits wieder neu aufgebaute Anlagen wie z.B. die Loterie Farm, eine wunderschöne Oase zur Erholung. Nach einem gemeinsamen Abendessen auf der Harmonie mussten wir uns von Christoph verabschieden, da er in den nächsten Tagen wieder nach Frankreich zurückfliegt.
Unseren Plan, weiter in den Nordwesten zu segeln, haben wir hier begraben. Wir haben genug Zerstörung gesehen. Die Virgin Islands und Puerto Rico - unsere nächsten Destinationen - hat es ja ähnlich erwischt. Deshalb haben wir uns entschieden, nur noch für ein paar Tage zur nahegelegenen Insel Anguilla überzusetzen und anschliessend dann wieder Richtung Süden weiter zu machen. Das bedeutet aber auch, dass wir von Mike Abschied nehmen müssen, denn er will unbedingt noch nach St. Thomas weiter, weil er dort sein neues Grosssegel abholen wird. Wir treffen uns aber möglicherweise im Sommer auf den ABC Inseln wieder. 
Samstag, 03. Februar nehmen wir die 08.30 Uhr Brückendurchfahrt. Eigentlich hatten wir Christine und Marc mit der Sauvage auch erwartet, aber nach der Durchfahrt fehlte die Sauvage. Nun ja, wir haben in Anguilla abgemacht und da werden wir Sie hoffentlich später wieder treffen. Um 12.00 Uhr setzten wir den Anker in der Road Bay. Nach ein paar Stunden ist dann die Sauvage auch eingetroffen. Der Grund für die Verspätung war, dass Ihr Schiff im schlammigen Grund in der Lagune stecken geblieben war und sie herausgezogen werden mussten. 
Road Bay ist der Haupthafen zum einklarieren. Auch gibt es hier am wunderschönen Sandstrand einige einladende Restaurants. Sandy Island unweit von Road Bay wäre ein schöner Ort zum schnorcheln gewesen. Diese Insel wurde vom Hurrikan überspült und kommt so langsam wieder aus dem Wasser hoch. Leider gibt es keine Palmen mehr und die Bar ist auch verschwunden. Mit einem Mietauto sind wir in die Crocus Bay gefahren zum schnorcheln. Schöner Sandstrand mit einem teuren Da Vida Restaurant. Nach der Schnorcheltour sind wir weiter, um das Nordost-Ende der Insel zu erforschen. Dies leider nicht immer auf guten Strassenverhältnisse. Zum Teil führte der Weg durch sandiges und steiniges Gelände für die ein SUV besser geeignet gewesen wäre, als unsere Limousine. Die eine Bar, die wir besuchen wollten, war vom Hurrikan zerstört worden und wird erst wieder neu aufgebaut. Also sind wir wieder retour auf geteerte Strassen. In The Valley, dem Hauptort der Insel, haben wir in einem einfachen Lokal einen feinen Lunch genossen. Sehr gross ist Anguilla nicht. Von was die Leute hier leben, wissen wir nicht. Wir haben kaum Hühner, keine Kühe und nur einige wenige Ziegen gesehen, und Landwirtschaft wird hier auch nicht betrieben. Gegen Abend sind wir wieder zurück zur Road Bay gekommen. Die Restaurants an der Beach waren voll mit Leuten und überall waren Grossbildschirme und TV’s aufgestellt. Es war die Nacht des Super Bowl - Philadelphia gegen New England. In der Felix Bar haben wir uns das Spiel angesehen.
Am Dienstag sind wir dann wieder zurück in die Simpson Bay, Sint Maarten gesegelt. Wir wollten aber nicht mehr in die Lagune hineinfahren und haben die Harmonie in der Bay aussen geankert. Sauvage musste wieder in die Marina, denn sie hatten noch Verschiedenes zu reparieren. Hier sind wir nun seit Dienstag, 06. Februar und wettern die angekündigten Starkwind-Phase ab - 35 Knoten und mehr haben wir auf unseren Instrumenten gesehen. Inzwischen ist auch noch viel Schwell hinzugekommen. Aber wir harren hier aus bis es wieder ruhiger wird. Die Schaukelei und der pfeifende Wind zerren an unseren Nerven. Dafür haben wir halbwegs sauberes Wasser für unseren Wassermacher. Und Strom haben wir sowieso genug.

 Bobbys Marina, Philipsburg



Michael's Dinghi


Leere Strände Philipsburg (Die Yacht vor dem Kreuzfahrtschiff ist die Eclipse)

Hotelanlage an der Strandpromenade




Brückendurchfahrt bei Simpson Bay Lagoon

Drehbrücke in der Lagune zur französischen Seite


Harmonie umzingelt

Unser Freund Christophe













Richtung Anguilla

Road Bay





Super Bowl Finalspiel

Crocus Bay


Unser kleines Tug Boat







Montag, 12. Februar 2018

Barbuda-St. Barts

Am Samstag, 20. Januar 2018, sind wir um 09.00 Uhr los Richtung Barbuda. Die ganze Überfahrt war nass und rockig. Im groben Seegang mit durchschnittlich 7.5 Knoten Fahrt schuftete sich unsere Harmonie voran. Für die Stromversorgung unterwegs hatten wir unseren Hydrogenerator montiert, und natürlich waren auch die Solarpaneele im Einsatz. Schon nach kurzer Zeit waren die Batterien voll geladen. Sobald der Hydrogenerator nicht mehr laden kann, fängt dieser an laut zu brummen. Normalerweise würde man ihn dann hochziehen. Doch während der Fahrt diesen wieder ins Wasser zu lassen, geht bei voller Fahrt und hohen Wellen nicht mehr. Also habe ich kurzerhand alle an 230V aufladbaren Geräte an den Inverter angeschlossen, um so den Stromverbrauch anzuheizen. Zwei PC’s, zwei Elektrozahnbürsten, den Staubsauger und sogar die Nespressomaschine. Und schon wurde es wieder ruhig.
Barbuda ist ziemlich flach und so konnten wir die Insel erst kurz vor Ankunft erkennen. Gemäss unserem Guide wäre ein ankern ganz nahe an der Cocoa Beach nicht möglich gewesen. Eine  Privatzone für das Hotelresort soll mit Bojen gekennzeichnet sein, die aber nach dem Hurrikan fehlten. Wir ankerten in sandigem Untergrund. Wir waren nicht die einzigen Segler vor Ort. Vier weitere Boote waren auch vor Anker. Das Ausmass des Sturmes konnten wir vom Schiff aus schon gut sehen. Wir waren fassungslos, die ganze Insel ist zerstört. Mit dem Dinghi sind wir an Land gefahren, um das ganze aus der Nähe zu betrachten. Der Sandstrand war mega einmal abgesehen von all den entwurzelten Palmen. Der Sand war wie Puder, sehr fein und weiss wie Mehl. Was der Hurrikan angerichtet hat, ist verheerend. Überall lagen Teile von Gebäuden kreuz und quer. Oder ganze Konservendosen, noch ungeöffnete Wein- und Spirituosenflaschen, Stühle, Dächer usw. Die Bilder, die wir gemacht haben, sprechen für sich. Ich hatte bis dahin nur immer Bilder von Zerstörungen eines Sturmes im TV gesehen und nie in Natur. Unglaublich - und wo sind all die Leute geblieben? Auf der ganzen Insel brennt nachts nur ein einziges Licht irgendwo im Norden. Wahrscheinlich ist es ein kleiner Security-Posten. 
Nach zwei Übernachtungen sind wir am Montag morgen früh aufgestanden um nach St. Barth zu segeln. Immerhin waren es 67 Seemeilen und somit lichteten wir unseren Anker bereits um 06.15 Uhr. Der Tag brach an und wir konnten das Grosssegel setzen. Eigentlich hatten wir mehr Wind erwartet als nur mal 10 bis maximal 14 Knoten. Der wenige Wind mit trotzdem grobem Seegang machten die Überfahrt etwas mühsam. Der Tag wurde immer länger. Mit gutem Wind hätten wir bereits am frühen Nachmittag in St. Barth eintreffen können. Wir haben es dann aber doch noch geschafft, um 16.30 Uhr den Anker in Gustavia, St. Barth zu setzen. Gustavia ist ein charmanter Ort rund um den Hafen. Es gibt hier Megayachten und viele Villen mit ihren roten Dächern. Was vom Hurrikan zerstört worden war, ist hier bereits wieder aufgeräumt und aufgebaut worden. Eigentlich konnten wir hier praktisch keine Hurrikantrümmer mehr finden, bis auf ein paar Baracken ums Hafenbecken herum, aber auch dort waren die Arbeiter fleissig daran zu reparieren und renovieren. Wir hatten eine Lieferung von Bäumen und Palmen gesehen, die für den Wiederaufbau der Hafenanlage gebracht wurden. Mit einem Spaziergang rund ums Hafenbecken herum inspizierten wir die Umgebung. In einem italienischen Restaurant hatten wir Lunch. Ein Menu mit Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Kaffee und einem Getränk nach Wahl für sage und schreibe 20 Euro. Am nächsten Abend sind Christine und Marc von der Sauvage auch eingetroffen und ankerten nicht weit von uns entfernt. Mittwoch morgen sind wir mit Mike zusammen nochmals einkaufen gegangen, um am Nachmittag in die Anse du Colombier zu fahren zum schnorcheln. In der Stadt haben wir dann aber Marc und Christine angetroffen und sind gleich um die Ecke zum Bier, denn Marc hatte ja Geburtstag. 
Nach einigen Bieren und leicht angeheitert, mussten wir unbedingt etwas essen. Also sind wir alle zusammen noch einmal zum Italiener gegangen. Eigentlich wollte Christine mit Marc noch eine Inselrundfahrt mit einem Mietwagen machen und wir wollten ja in die Anse du Colombier fahren.  Der fortgeschrittene Tag und der Alkoholpegel liessen das aber nicht mehr zu. Also entschieden wir uns für eine kurze Inseltour mit einem Taxi. Natürlich nicht ohne Halt bei einer Bar zu einer Runde Bier. Zurück in Gustavia kaufte Ueli noch schnell Tuna-Steaks ein, um diese auf der Sauvage zu grillieren. Donnerstag morgen ist Mike schon mal losgefahren zur Anse du Colombier. Wir folgten ihm eine Stunde später. Es sind nur gerade 2,6 Meilen zu fahren. Die Anse Colombier ist ein Marinepark und man darf hier nicht ankern. Dafür gibt es Mooringbälle. So wird der Untergrund aus Korallen und Seegras nicht beschädigt. An den Mooringbällen kann man sich nicht so einfach einhaken, denn sie sind an einem dicken und schweren Stahlseil befestigt. Nach einem erfolglosem Versuch kam uns Mike schwimmend zu Hilfe. Christine und Marc sind am Nachmittag auch eingetroffen und Christine versuchte mit dem Bootshaken die Boje zu heben, worauf der Haken hängengeblieben ist und sie ihn nicht mehr lösen konnte. Ueli ist dann ins Wasser gegangen, um ihnen zu helfen. Die ganze Aktion war nicht einfach und am Schluss war die Sauvage dann angebunden und der Bootshaken kaputt. 
In der ganzen Bucht gibt es viele Wasserschildkröten. Die Bucht gehörte früher den Rockefellers. Man kann noch das Gebäude auf dem Hügel sehen, es ist aber nicht mehr intakt. Am super schönen Sandstrand sonnten sich einige Touristen und beim schnorcheln kann man den Wasserschildkröten beim grasen zusehen. Natürlich gibt es auch viele farbige Fische. Ein Baracuda hat mich eine Weile aus Neugierde verfolgt, doch beim nächsten Fischschwarm war er weg. 

Früh am Morgen los Richtung Barbuda


Barbuda Cocoa Beach




 
Valiant

St. Barts




Unser Ankerplatz ganz hinten beim Felsen

Umgebung in St. Barts


Marc im Taxi


Sonntag, 28. Januar 2018

West-Nordküste Antigua

Seit dem 1. Januar 2018 hat der Wind zugenommen. Wir hatten immer um die ca. 20 kn und Schwell am Ankerplatz in Falmouth Harbour.  Um 10.00 Uhr sind wir in die Carlisle Bay im Südwesten von Antigua gesegelt und haben dort in 3 Meter Wassertiefe geankert. Diese Bucht ist vom Schwell geschützt, nicht aber vom Wind, der immer noch um die 20 kn blies. Mit dem Dinghi sind wir mit Mike von Valiant an Land gegangen, um den schönen Sandstrand und die Hotelanlage zu besichtigen. Das Resort hatte vier Restaurants, drei Bars und ein Blue Spa. Alles ganz schön teuer hier. An der Pavilion Bar kostete uns das Wadadli Bier (Lokalbier 2,5 dl) ganze 7 US-Dollar. Nach einer Nacht sind wir weiter in die Picarts Bay. Auch diese Bucht war wunderschön. Der Strand trägt den Namen Darkwood Beach. Von hier aus konnte man im Hintergrund die Insel Montserrat sehen. Mit einem schönen Sonnenuntergang ging auch dieser Tag zu Ende. Die nächste Bucht, Morris Bay, haben wir ausgelassen und sind direkt ausserhalb vor Jolly Harbour an Anker gegangen. Hier waren wir vom Schwell auch gut geschützt. Mike musste mit der Valiant in die Marina, da er noch ein Problem mit dem Windmesser zu lösen hatte. Er besitzt keinen Wassermacher und muss ab und zu in eine Marine um Wasser, Benzin und Diesel zu tanken. Jolly Harbour ist eine Vollservice Marina und bietet Platz für bis zu 152 Yachten an Stegen und an 13 Moorings. Ein langer weiter Channel führt zur Marina. An diesem Kanal befinden sich ca. 500 zweistöckige Reihenhäuschen mit eigenem Schiffsplatz davor. Beim Trockendock ist eine Wäscherei und somit konnte ich mal wieder die grosse Wäsche dorthin bringen. Fixleintücher und die gesamte Frotteewäsche lasse ich liebend gern von der Wäscherei waschen und trocknen. Unsere T-Shirts und Shorts wasche ich meistens von Hand auf der Harmonie. Sehr gute Restaurant sind bei den Docks und es gibt Allerlei zu essen, wie Italienisch, Griechisch, Grill usw. Beim Casino nicht weit vom Dinghi Steg ist auch ein Epicurean Supermarket mit frischen Produkten und diversen Goodies. Es gibt einen noch grösseren Epicurean ausserhalb von St. John’s. Dort waren wir von Falmouth Harbour aus mit dem Bus einkaufen. Vier Tage haben wir uns hier aufgehalten und der Wind wollte überhaupt nicht aufgegeben. Das Wasser wechselte in eine türkis-milchige Farbe, auch der Schwell wurde mehr und es regnete auch immer wieder zwischendurch. Der Ankerplatz war ok, aber die Motorjachten, die im Kanal zur Marine hin und her fuhren, waren lästig. Sie schlugen viele Wellen, die die Harmonie mächtig durchschüttelten. Am letzten Tag sind noch unsere Schweizer Freunde Christine und Marc von der Sauvage mit ihren Gästen eingetroffen. Wir hatten die Crew von der Sauvage in Guadeloupe kennengelernt. Wir hatten sie kurz begrüsst, denn Ihre Gäste hatten am Nachmittag ihren Rückflug in die Schweiz. Ein Wiedersehen mit der Sauvage war geplant in einer der Buchten der Westküste Antigua’s. Am Montag 8. Januar wollten wir los zur Deep Bay, doch beim Anker hochholen versagte die Fernbedienung. Zwar war der Kontakt zum runterlassen da, aber nicht der zum aufholen. Und nun, was tun? Den Anker von Hand raufziehen war nicht die erste Option. Aufgrund eines früheren ähnlichen Problems hatten wir uns eine Ersatz-Fernbedienung angeschafft, jedoch nicht das gleiche Modell. Wir hatten uns schon vorbereitet, diese neue Fernbedienung ans vorhanden Kabel anzuschliessen. Aber vorerst öffneten wir die alte Bedienung und ich hatte die Idee, alle Kontakte drinnen zu reinigen, die irgendwie ein bisschen milchig aussahen. Dann nochmals ein Versuch, bevor das Gehäuse wieder geschlossen wurde und siehe da: es funktionierte wieder tadellos. Uns fiel ein Stein vom Herzen, denn die besagte Übung mit neuer Verkabelung etc. wäre aufwendiger gewesen. Wir holten den Anker hoch, vollbeladen mit Lehm, Muscheln und Sand. Es dauerte einen Moment, bis ich den Anker mit dem Bootshacken gereinigt hatte. 
Die Deep Bay ist eine sehr schöne, geschützte Bucht mit einem langen Sandstrand. In der Mitte der Bucht liegt das Wrack eines Dreimasters, die Andes. Das von Trinidad gestartet und mit Torf beladene Schiff ist 1905 aufgrund eines Feuers an Bord in der Deep Bay gesunken, nachdem man ihnen die Einfahrt in den Hafen von St. John verwehrt hatte. Mittlerweile ist das Wrack mit Korallen überzogen und viele kleine Fische fanden hier ihr Zuhause. Je nach Tide ist einer der Masten über Wasser sichtbar. Zum Schnorcheln wäre das Wrack ideal, da es nicht so tief sitzt. Am Strand wären eigentlich ein Restaurant und eine Hotelanlage. Aber es ist momentan alles geschlossen, weil wegen einem Besitzerwechsel Renovationen vorgenommen werden. Der Wind hatte in der Nacht zugenommen und unsere Blache zum Sonnenschutz wurde mächtig strapaziert. Einige Nähte drohen sich aufzulösen. Also mussten wir sie runternehmen. Wir hofften, in der nächsten Bay nicht mehr so viel Wind zu haben. 
Die Dickenson Bay war genau das, was wir gesucht haben: wenig Schwell und wir waren in der nördlichen Seite der Bucht, wo es ruhiger war. Der lange Sandstrand war sehr belebt, viele Badegäste von der Hotelanlage Sandels und anderen Ferienbungalows sonnten sich hier. Einige kleine Restaurants und Bars waren auch vorhanden. Die Preise hier waren in Ordnung. Das Bier war nicht so teuer, aber für das WIFI wollten Sie 2 US-Dollar haben. Am Ende des Strandes haben wir ein wirklich empfehlenswertes Restaurant gefunden. Ana’s Resto, stylisch in pink und rotem Dekor. Hier hatten wir einen feinen Lunch und das WIFI war gratis.
Michael erwartete einen Seglerfreund, auch ein ehemaliger Militärpilot, der jetzt für Delta fliegt. Simo ist sein Spitzname. Ganz in der Nähe von Parham Harbour ist der Flughafen und somit ankerten wir in der Nähe. Die Gegend dort wirkt nicht gerade einladend. Bei der North Sound Marina gibt es eine Entsalzungsanlage. Die grossen Motoren dort produzieren rund um die Uhr enormen Lärm und Abgase. Nahe beim Fischerhafen hatten wir den Anker gesetzt. Nun ja, wir mussten hierher um Simo abzuholen. Bei den Fischern durften wir unser Dinghi festbinden und dann machten wir einen Spaziergang durchs Dorf. Viel gab es nicht zu sehen: ein verschlafenes Dorf mit mehr Hunden und Hühnern als Menschen, ein kleiner Einkaufsladen und eine einzige Bar, The Big Bamboo Bar. Und zuletzt aber für mich etwas erfreuliches: eine moderne Wäscherei, die den Namen Snow White trägt. In der Bamboo Bar hatten wir, glaube ich, das günstigste Bier seit langem getrunken - 3 EC Dollar, also etwa ein Euro. Natürlich haben wir im Einkaufslädeli 24 Flaschen Bier gekauft. Die Verkäuferin war so verdutzt, dass wir so viel Bier gekauft haben, dass sie nicht einmal den Preis dafür wusste. Dann haben wir die Waren zurück aufs Boot gebracht und sind dann mit dem Dinghi zur NS Marina gefahren. Diese Marina ist eigentlich nur eine Bootswerft mit einem grossen geteerten Terrain und einem Hebekran für 150 Tonnen. Ein Budget Marin Laden war auch vorhanden. Auf dem Areal standen viele vom Hurrikan getroffene Charterschiffe in schlimmem Zustand herum. Fast täglich werden hier noch kaputte Schiffe angeliefert, um sie entweder zu reparieren oder als Ersatzteillager auszuschlachten. Am nächsten Tag verlagerten wir unsere Schiffe in die Nähe der NS Marina, um am Folgetag Simo abzuholen. In der Dickenson Bay machte unsere Wasserpumpe erste Probleme. Manchmal lief die Pumpe einfach weiter, auch wenn alle Wasserhahnen abgestellt war. Also mussten wir uns um dieses Problem kümmern, solange wir noch in Parham waren. Ueli konnte einen Techniker auf unsere Harmonie organisieren. Reparieren konnte man die Pumpe nicht mehr, diese war halt schon 11 Jahre alt. Im Budget Marin musste Ueli eine neue Wasserpumpe kaufen. Die einzige verfügbare Pumpe passt nicht ganz und ist extrem laut. Aber sie liefert Wasser. Das richtige Produkt haben wir dann in den USA bestellt. Ein weiterer Gast, der auf die Valiant kommt, wird uns diese anfangs Februar mitbringen.

Mit Simo an Board von Valiant sind wir zur Great Bird Island gesegelt. Diese Gegend ist bekannt zum schnorcheln. Früher waren auf dieser Insel viele tropische Vögel beheimatet. Aber eine Rattenplage hat die Population ziemlich reduziert. Aber offensichtlich wurden die Ratten vor einigen Jahren ausgerottet. Mit dem Dinghi sind wir zu den Korallenriffs gefahren, um zu schnorcheln. Unsere Schweizer Freunde Christine und Marc waren inzwischen auch wieder zu uns gestossen. Wir haben allerei Fische gesehen unter anderem einen Adlerrochen und zwei ganz herzige, grosse Pufferfische, die miteinander gespielt haben. Simo war nur für eine knappe Woche Gast auf der Valiant. Wir sind dann mit einem Stopp in der Dickinson Bay nach Jolly Harbour zurück gesegelt, um ihn dort wieder an Land zu entlassen.

Jolly Harbour 

Dickenson Bay 










Ana's Resto, Dickenson Bay




Deep Bay


 NS Marina, Parham






Freitag, 5. Januar 2018

Guadeloupe-Antigua Dezember 2017

Am Dienstagmorgen sind wir sehr früh um 04.30 Uhr aufgestanden, um Nora nach Pointe à Pitre zu fahren, da sie wieder zurück in die Staaten musste. Die Fahrt zum Flughafen war anstrengend für Ueli, da das Licht am Auto schlecht eingestellt war und es um diese Zeit keine Strassenbeleuchtung gab. Dazu kamen noch einige Regengüsse, die die Sicht zusätzlich verschlechterten. Nach einer Stunde Autofahrt sind wir am Flughafen angekommen und Michael musste sich von seiner Freundin verabschieden. Auf dem Rückweg zur Marina Rivière Sens sind wir noch für einen Café mit Croissant in die Marina Bas-du-Fort gefahren. Im Dreyland (Einkaufszentrum) haben wir uns noch für die kommenden Festtage verprovisioniert. Mittwoch motorten wir nach Pigeon Island. Hier ankerten wir für zwei Tage. Wir wollten von hier aus direkt nach Antigua segeln. Die Wettervorhersage sagte wenig Regen und gute Windverhältnisse voraus. Seit wir in Guadeloupe angekommen sind, hat es fast täglich geregnet.
Freitag um 06.15 Uhr - bei Tagesanbruch - motorten wir nordwärts Richtung Deshaies. Viele Segler ankern in Deshaies, um von da aus nach Antigua rüber zu segeln. Der Ankergrund ist in dieser Bucht aber nicht sehr gut und es wird auch sehr schnell tief. Wir hatten im Frühling 2017 auch erst nach mehreren Versuchen den Anker setzen können. Trotzdem ist die Bucht in Deshaies immer voll mit Segelschiffen.
Wir setzten das Grossegel ins 2. Reff und die Solent. Anfangs hatten wir drehende Winde und nur 3 kn Wind. Doch als wir dann in den Kanal zwischen Guadeloupe und Antigua kamen, mussten wir sofort die Solent einrollen und unser neue Fock, die Trinquette setzen. Mit Wind bis über 25 Kn und hohem Wellengang war unsere Harmonie mit über 8 Knoten Fahrt in ihrem Element. Zwar wurden wir immer wieder durch Spritzwasser vom Wellengang nass, dennoch genossen wir diese Überfahrt in vollen Zügen. Um 14.00 Uhr setzten wir den Anker in Falmouth Harbour.
Die Festtage in Antigua zu verbringen, war eine gute Entscheidung. Hier regnete es sehr wenig. Die paar Minuten Regen die wir hatten, reichten kaum, um die Harmonie vom Salz zu befreien. Dafür hatten wir Wind, jeden Tag dauernd zwischen 15-20 Knoten. Am Heiligabend sind wir in das Italienisches Restaurant Cambuso dinieren gegangen. Sehr nettes Lokal mit Aussenterrasse und einer  wunderschönen Aussicht auf Falmouth Harbour, wo hunderte Schiffe ankerten. Die Lichter und Weihnachtsbeleuchtungen an den verschiedenen Segelschiffen und Megajachten erleuchteten die grosse Bucht märchenhaft. Am Weihnachtstag hatten wir traditionell unser Fondue Chinoise auf der Harmonie. Dieser besondere 25.12. erinnerte uns an die Ankunft in Martinique nach der anstrengenden Atlantik-Überquerung vor einem Jahr (2016). Um so mehr konnten wir den Weihnachtsabend in vollen Zügen geniessen.
Mit einem lokalen Bus sind wir in die Hauptstadt von Antigua, St. John’s gefahren. Schon von weitem konnte man die riesigen Kreuzfahrtschiffe erkennen. Zur Zeit waren drei Schiffe vor Ort, doch manchmal sind es noch mehr. Auch bei uns vor Falmouth Harbour stationierten sich die Riesendinger. Die Queen Mary 2 war hier, ebenfalls das immer wiederkehrende Club Med 2 Schiff, das allerdings wie ein Zwerg im Vergleich zu den anderen Schiffen aussah. St. John’s ist hauptsächlich auf den Tourismus der Kreuzfahrtschiffe ausgerichtet. Man findet viele teure Shop’s rund um das Hafenareal. Im Zentrum gab es auch nur Kleidershops für die Touris. Um Lebensmitteleinkäufe zu tätigen, mussten wir ausserhalb vom Zentrum in ein Einkaufszentrum gehen. Antigua ist kein billiger Ort. Die Preise hier sind oftmals höher als in der Schweiz. Nach Weihnachten machten sich immer mehr Megajachten auf und davon. Möglicherweise nach St. Barth für die grandiose Silvesterparty der Superreichen. Waren vor Weihnachten noch ca. 20 Segeljachten mit rotem Ankerlicht (mindestens 35 Meter Masthöhe) hier, so waren es am Silvestertag nur noch gerade drei… 
Wir feierten den Silvester mit einem feinen Essen im Falmouth Harbour, danach sind wir auf die Valiant und haben mit Prosecco auf das neue Jahr angestossen. Kurz nach Mitternacht wurde der Himmel mit dem grossen Feuerwerk von Nelson’s Dockyard und einem weiteren an der Pigeon Beach in Falmouth Harbour erleuchtet. 
Am Neujahrstag starteten wir in unser zweites Jahr in der Karibik. Wohin unsere Reise geht, ist noch alles offen. Vorerst umrunden wir Antigua, bevor es weitergeht Richtung Barbuda….

Sonnenuntergang in Pigeon Island, Guadeloupe

Valiant ist klein gegenüber diese Motorjacht

Wanderung auf Betty's Hope, English Harbour, Antigua



Weihnachtsbaum auf Harmonie mit selbstgebackenen Rosinenhöckli von Ueli

Unser Fondue Chinoise am Weihnachtstag

Queen Mary 2

St, John's Harbour