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Donnerstag, 4. Mai 2017

Tobago Cays - Grenada

Wir segelten nach zwei Tagen weiter zu den Tobago Cays. Die Tobago Cays sind kleine, unbewohnte Inseln, die durch ein hufeisenförmiges Riff vor den Wellen geschützt sind. Das Wasser und die Riffs beeindrucken durch die grell scheinenden Falben gold, braun, blau, türkis und grün. Wir ankerten zwischen den Inseln Petit Rameau und Petit Bateau. Kaum haben wir den Anker gesetzt, schon sind die ersten Boatpeople bei uns angekommen. Der erste hat uns sofort zum Hummer BBQ überredet. Die nächsten zwei, Vater und Sohn, haben uns T-Shirts verkauft. Gegen Abend sind wir mit den neuen T-Shirts und mit Mike von der Valiant zum BBQ. Am nächsten Morgen holte uns Mike mit seinem Dinghi ab und wir fuhren rüber zur Baradel Island zum schnorcheln. In der abgegrenzten Zone konnten wir drei grosse Schildkröten aus kürzester Distanz beobachten. Ansonsten waren noch grosse Seesterne und allerlei farbige Fische zu sehen. An Land entdeckten wir im Gebüsch einen grossen Leguan. 
Viel mehr gibt es hier in den Tobago Cays nicht mehr zu sehen, also motorten wir rüber zur Insel Mayreau in die Saline Bay. Nach einer Nacht sind wir weiter zur Insel PSV, Petit St. Vincent. PSV ist in privater Hand. Hier befindet sich das wahrscheinlich erste karibische Boutique Hotel. Es ist ein sehr exklusiver Resort, was wir beim Besuch der Goaty’s Bar beim bezahlen der Flasche Rosé schmerzhaft erfahren mussten. Den Lunch hatten wir dann aber auf der gegenüberliegenden Insel Petit Martinique, die bereits zu Grenada gehört.
Am Karfreitag besuchten wir Clifton Harbour auf Union Island. Union Island ist eine der südlichsten Inseln des unabhängigen Inselstaates St. Vincent und die Grenadinen. Diesmal haben wir die Harmonie an einer Boje festgemacht, genau gegenüber Happy Island. Diese Kleinstinsel wurde von einem Einheimischen mit Conch-Muscheln erbaut und ist jetzt eine prominente Bar. Am Nachmittag sind viele Einheimische mit den Dinghi’s oder Taxibooten auf die Happy Island gefahren und veranstalteten ein Fest mit Musik. Die Musik war zwar sehr laut, aber gegen Abend war das Fest auch wieder vorbei. Über die Ostern-Feiertage war das Customs & Immigration Office zu und daher mussten wir uns hier verweilen bis nach Ostern. Samstag entschlossen wir uns, in Frigate Island zu ankern.
Hier liegt die Bauruine eines grossen Marina-Projektes. Die Firma, welche dieses Projekt gestartet hatte, ging pleite und liess alles liegen. Diese Bucht ist für Kitesurfer ein Paradies. Ostersonntag machten wir einen Abstecher in die Chatham Bay. Unser Ankerplatz war alles andere als ruhig. Der Wind kommt über die Berge mit Windböen bis zu 35 Kn. An Land hatten wir im kleinen Aqua Resort ein feines Mittagessen. Neben dem Swimmingpool auf der Terrasse hatten wir einen super Ausblick auf unsere Schiffe. Leider hatten wir nicht viel Schlaf bekommen in der Nacht, weil die Windböen immer stärker wurden und uns durchschüttelten. Der Anker blieb aber fest vergraben. Am Morgen verbesserte sich die Situation nicht, daher verschoben wir uns wieder zurück nach Clifton Harbour. Dienstag morgen haben wir dann am Flughafen ausklariert und sind bei besten Windverhältnissen nach Carriacou in die Tyrrel Bay gesegelt. Hier gibt es ein paar kleinere Supermärkte, einige Bars und eine kleine Marina sowie ein Customs Office zum ein- und ausklarieren. Uns zieht es aber weiter nach Grenada. Die Passage führte uns aufs offene Meer  mit entsprechendem Wellengang. Wir konnten so 20 Meilen gut segeln, vorbei am Unterwasservulkan Kick’ em Jenny, Isle de Ronde, Richtung St. George’s, der Hauptstadt von Grenada.
In der Martins Bay südlich von St. George’s setzten wir unseren Anker. Zum ersten Mal mussten wir zweimal ansetzen, weil der Anker im harten Untergrund nicht sofort gegriffen hatte. 
Mit dem Dinghi und mit Mike sind wir zur Marina Port Louis gefahren, um für uns am nächsten Tag einen Marinaplatz zu reservieren. Vor allem für Mike als Einhandsegler ist ein Anlegemanöver am Steg nicht einfach. An der Carenage am Ufer des Innenhafens sind wir auf einen Spaziergang und Erkundungstour gegangen. Die Hauptstadt von Grenada besteht aus einem reizvollen Mix von Kolonialgebäuden aus dem 18. Jahrhundert und kunterbunten Häusern neuerem Datums vor einem tiefgrünen Hintergrund. Nach dem Spaziergang und einigen Einkäufen im Foodland, sind wir ins Restaurant des Yacht Clubs zum Diner eingekehrt. Dann verbrachten wir eine weitere unruhige Nacht vor Anker. Der Wind war zwar nur schwach, aber Schwell aus Nordwest brachte unsere Harmonie so zum schaukeln, dass wir uns in den Kojen festklemmen mussten. Eine weitere Nacht wollten wir hier nicht bleiben, aus Kostengründen auch nicht in der Marina. Also haben wir uns kurzerhand entschlossen, die Marina Le Phare Bleu im Süden Grenada’s anzulaufen. Bei der Abfahrt hat sich der Autopilot mit einer Fehlermeldung verabschiedet und ich musste den Weg dorthin ans Ruder. Das Segeln wird hier immer anspruchsvoller, weil es viele Riffe über und unter Wasser und Untiefen gibt. Man muss sich also ständig auf exakte Navigation konzentrieren. Beim  Einlaufen in die Marina haben wir wegen Funkverkehr für einen kurzen Moment nicht aufgepasst und sind prompt auf ein vorgelagertes Riff aufgelaufen. Die Marinaboys eilten uns aber sofort zu Hilfe und zogen uns mit drei Dinghi’s vom Riff. Wir wurden dann in die Marina abgeschleppt, da die Ruder blockiert waren.
In der Marina angekommen, haben uns Rita und Hansueli von der Alamea begrüsst, resp. gefragt  wie es uns geht. Sie hatten die Bergung der Harmonie mitverfolgt und fotografiert. 

Im Moment scheint es, als hätten wir Glück im Unglück gehabt. Eines unserer Ruder ist verbogen, sollte aber hier repariert werden können. Der Hubkiel scheint keinen Schaden abbekommen zu haben. Und Wassereinbruch haben wir auch nicht zu beklagen. Aber der Schock sitzt tief. Wir haben jetzt erfahren, wie schnell ein schönes Abenteuer zu Ende gehen könnte. Wir werden hier wahrscheinlich noch länger festsitzen, bis alles wieder repariert ist. Auch haben wir uns entschlossen, die Hurrikansaison hier zu verbringen. Le Phare Bleu ist eine kleine Marina mit einem sehr schönen und gepflegten Boutique Hotel. Die gesamte Anlage wurde von der ehemaligen 10vor10 Moderatorin Jana Caniga zusammen mit Ihrem Ehemann Dieter Burkhalter erbaut. Die beiden haben uns herzlich empfangen und wir bekommen jegliche Unterstützung, was uns das Leben hier natürlich erheblich erleichtert.

Tobago Cays



 


 PSV St. Vincent








Petit Martinique



Clifton, Happy Island




Frigate Island




Chatham Bay






Mayreau



Blick von der Kirche nach Tobago Cays





St. Georges, Port Louis

                                  


 Das Lighthouse in der Marina Phare Bleu



Bergung der Harmonie fotografiert von Alamea






                                   

                                      

                                           






Montag, 10. April 2017

Rodney Bay-Mustique

In Rodney Bay sind wir vier Tage geblieben. Mit den beiden Mike’s von Valiant hatten wir noch eine Schnorcheltour vor dem Pigeon Island Park unternommen. Ich habe mir für weitere Schnorchel- oder Tauchgänge eine teure Version Flossen gekauft. Ein ganz neues Modell, dass sehr einfach im Handling ist. So bekomme ich keine Krämpfe mehr in meinen Wädli’s…
Mike’s Freund, genannt Mad Dog (Militärpilot), musste leider wieder nach Hause zurückgekehren. Nun ist Valiant wieder ein Einhandsegler-Schiff geworden. Unsere Weiterfahrt nach Marigot Bay dauerte nur eine knappe Stunde unter Motor und Vorsegel. In Marigot Bay gibts Bojen, an denen bis zu 3 Boote festmachen können. So kann man sich auch die Kosten teilen. Also haben wir uns mit Mike eine Boje geteilt und ein Päckli geschnürt. Marigot Bay gilt auch als Hurricane Hole. Die Bay scheint wirklich sehr gut geschützt zu sein. Unser Bojenplatz befand sich unmittelbar in der Nähe von der Rainforest Hideaway Bar, so dass wir gratis in den Genuss von Jazzmusik kamen. 
Am nächsten Tag sind wir mit dem Dinghi an Land, um die Bay auszukundschaften. Ueli hat beim Spaziergang einen Openair Coiffeur gesehen und sich sofort bereit erklärt, sich die Haare schneiden zu lassen. Resultat: die Haare waren sehr kurz geschnitten. Und er wurde mit einer Rasierklinge auch noch trocken rasiert. Auch die Augenbrauen wurden getrimmt und das ganze für 40 EC Dollar. Er sah wirklich sehr gut aus. Habe leider kein Foto gemacht. 
Von Marigot Bay gings weiter nach Soufriere. Hier zwischen den zwei riesigen Pitons hatten wir uns in der Nähe des Strandes an einer Boje festgebunden, die von Park-Rangern unterhalten und vermietet wird. Nach einer unruhigen Nacht machten wir uns frühzeitig auf, um direkt nach Bequia (53 Seemeilen) zu segeln. St. Vincent wird von vielen Seglern gemieden, da es immer wieder zu Diebstählen kommt. Schade eigentlich, denn die Insel hätte einiges zu bieten. Somit sind wir um 05.45 Uhr los und segelten auf der Atlantikseite an St. Vincent vorbei nach Bequia. 
Mit Ost-Süd-Ost Wind um 15-18 kn Wind kamen wir ganz gut vorwärts. Unterwegs konnten wir Mike entdecken, der noch früher als wir losgefahren war. Schritt für Schritt haben wir dann zu Mike aufgeholt. Aber die letzten 20 Meilen mussten wir uns unter Motor und Segel mit sehr wenig Windunterstützung, dafür kräftigen Strömungen den Weg nach Bequia erkämpfen. Kaum sind wir in der Admiralty Bay eingetroffen, hatten wir wieder mal Windböen mit bis zu 25 kn. Die forderten uns beim Ankermanöver noch einmal heraus. Unser Ankerplatz befand sich bei der Princess Margaret Beach, ein ganz guter Platz in schöner Umgebung. Am Abend wurden wir zum Abendessen bei Mike auf der Valiant eingeladen, denn er hatte unterwegs einen 2kg Thunfisch gefangen. Wir hatten es auch versucht mit der Anglerei, leider ohne Erfolg. Es liegt vermutlich am Köder. Der Thunfisch war wirklich lecker, kurz angebraten mit Beilage und Sauce. Hier in der Bucht gibt es vielerlei Angebote von Händlern auf kleinen Booten: Brot, Frischwasser, Lobster, Wäsche waschen und vieles anderes mehr.  Unsere Bettwäsche, sowie sämtliche Badetücher bedurften dringend einer Wäsche, daher habe ich diesen Service einmal ausprobiert. Am Morgen wurde die Wäsche abgeholt und am Abend hatte ich diese wieder gewaschen und getrocknet  auf unserem Schiff zurück, und zu einem sehr günstigen Preis. Uns wurden auch Fisch und Langusten angeboten. Ueli hatte sich überlegt, ob er mal einen Versuch machen sollte, Langusten zu kochen. Denn dass hatte er noch nie gemacht. Also hat er drei Lobster von den Boatpeople gekauft. 
Das Langustenrezept von Ueli war sehr gut. Wir werden sicher wieder nochmals darauf  zurückkommen.
In Port Elisabeth gibt es einige Gourmet-Läden. Man muss nur wissen, wo man diese findet. Auf jeden Fall haben wir so einiges an Leckereien eingekauft. Eine Reihe von Restaurant’s befindet sich rund um diese Bay. Ein Besuch hier ist wirklich empfehlenswert. Um etwas für unsere Fitness zu tun, sind wir mit Mike zusammen von Port Elizabeth über den Hügel südöstlich zur Friendship Bay gelaufen, ganze 45 Minuten Walking. Beim Bequia Beach Hotel haben wir es uns gemütlich gemacht. Am Strand deponierten wir unsere Sachen und sind gleich ins Meer schwimmen gegangen. Herrlich, vor allem da wir uns nach dem baden in der Hotelanlage wieder einmal richtig mit viel Süsswasser abduschen konnten. In der Lobby-Bar haben wir uns ein feines Mittagessen gegönnt und die weichen Sessel zum relaxen genossen. Den Rückweg machten wir mit dem Bus - für ganze 3 EC Dollar…
Unser nächsten Stopp - wo wir uns gerade befinden - ist Britannia Bay in Mustique.
Diese Insel ist in Privatbesitz und daher gibt es überall Security-Leute hier. Für uns ist das auch auch gut.  Hier können wir auch mal unser Dinghi im Wasser lassen oder auch mal eine Luke offen  lassen.
Viele Schiffe befinden sich hier nicht. Die Bojen sind auch nicht billig. Ein grosses Schiff war bis gestern hier bei uns. Die Maltese Falcon, die wir letzten Sommer in Korsika schon mal gesehen haben. 

Der Ort hier ist sehr gepflegt und von einigen Restaurants hat man eine tolle Aussicht Richtung Bequia resp. St. Vincent und Canouan. Heute Abend gehen wir alle zum BBQ. Mal sehen, was uns da erwartet. 

Rodney Bay



Marigot Bay







The Pitons




Bequia Admiralty Bay




Musique Britannia Bay





Sonntag, 2. April 2017

Les Saintes-Dominica-Martinique-St. Lucia

Der Aufenthalt in Les Saintes war am Schluss noch sehr kurzweilig. Zumal wir noch einmal die Anima IV getroffen haben. Martin musste seinen Mitsegler, seinen erwachsenen Göttibueb, nach Bourg bringen für seine Heimfahrt. Bei einem guten Nachtessen auf der Harmonie hatte uns Martin so einiges zu erzählen, seit wir uns das letzte Mal - noch auf den Kanaren - gesehen hatten. Martin ist nur kurz bei uns geblieben, denn er musste nach Antigua, um seine neue Crew abholen. 
Kennengelernt haben wir auch noch den Amerikaner Mike, der mit seiner Yacht Valiant versucht hatte, an einer Boje festzumachen, was aber als Einhandsegler nicht so leicht war. Diese Boje hatte keinen Ring, sondern nur ein Stück Kette. An dieser festmachen geht vom Deck aus nicht. Mike kam mit der Valiant zu uns herüber und fragte nach, ob diese Boje in Ordnung wäre und ob wir ihm helfen könnten. Ueli bejahte diese Frage und ist ins Wasser gesprungen, um Mike beim festmachen seines Schiffs zu unterstützen. Keine halbe Stunde später kam Mike mit dem Dinghi zu uns und überreichte uns eine Flasche Weisswein als Dank für den Einsatz von Ueli. Bei einem Sundowner hat er uns dann von seinen Plänen für die Weiterfahrt erzählt. Die Pläne sind praktisch identisch mit unseren.
Endlich!  Am Sonntag, 12. März, konnten wir alle weiterziehen nach Portsmouth auf Dominica für den BBQ. Alamea, Valiant und Harmonie. Am Montag haben wir gemeinsam die Tour in den Indian River gemacht. Viele Mangroven-Bäume, Kokospalmen usw. Bei einem Halt an einem halb verfallenen Bambushaus hat uns unser Guide erzählt, dies wäre der Platz gewesen für Filmaufnahmen des Teil II der Pirates of the Caribbean mit der Szene von Calypso. Am Ende des Rivers haben wir eine Dschungelbar besucht und deren Drink mit dem viel versprechenden Namen Dynamit-Punch gekostet. Der hatte es wirklich in sich und schmeckte hervorragend.
Am nächsten Morgen sind wir alle los Richtung Roseau. Auf halben Weg haben wir plötzlich unsere französischen Freunde Guylaine und Max angetroffen, die Richtung Nord segelten. 
Diese hatten vergeblich versucht, uns über Kanal 16 anzufunken. Aus unerfindlichen Gründen waren wir auf Kanal 17. Somit hatten wir gar nicht mitbekommen, dass Sie uns bereits von weitem gesehen hatten. Ueli hat mich dann gefragt, ob dieses Schiff nicht die Legende du Val sei. Und dann hat endlich auch der Funkkontakt geklappt. Darauf wendeten sie ihr Schiff und sind mit uns wieder nach Roseau zurückgesegelt. Dies war eine Überraschung für uns und wir freuten uns, Sie wieder zu sehen.
Nach dem wir alle an Bojen festgebunden waren, haben wir uns in der Loft-Bar zum Sundowner mit dem bekannten MOB-Punch getroffen.
Am nächsten Tag wurden wir alle zum Nachtessen bei Guylaine und Max eingeladen. Am nächsten Morgen sind Mike, Guylaine, Max und wir mit einem Guide nach Soufriere Bay zum schnorcheln gefahren. Am Abend gab es dann auf der Alamea feinste Spaghetti Carbonara. Dies war zugleich auch wieder der Abschied von Guylaine und Max, welche in den Norden weiter segeln werden. 
Freitag sind auch wir wieder weitergesegelt Richtung Martinique. Eine Nacht haben wir in St. Pierre vor Anker übernachtet. Am Samstag Morgen hatten wir Dauerregen. Trotzdem sind wir noch schnell auf dem Gemüse- und Fischmarkt einkaufen gegangen. Mike war unterdessen noch beim Coiffeur. Danach segelten wir weiter in die Grande Anse d’Arlet, wo wir auch schon beim Hinweg geankert hatten. Fünf Tage sind wir dort geblieben. Beim Schnorcheln gibt es dort allerlei zu sehen. 
Mike ist nach drei Tagen aufgebrochen, um in der Rodney Bay Marina auf St. Lucia einen Freund abzuholen. Wir wollten uns aber ein paar Tage später wieder treffen. 
Nun wurde es wieder einmal Zeit, in eine Marina zu gehen. Mein Wäschekorb war übervoll und das Schiff brauchte dringend wieder einmal eine gute Wäsche mit Frischwasser. Le Marin im Süden von Martinique war der Ort, wo wir dies alles erledigen konnten. Zwischenzeitig ist auch Mike mit seinem Begleiter Mike dort eingetroffen. Wir haben zusammen ein Auto gemietet und sind nach Fort de France gefahren, um Ihnen die Stadt zu zeigen. Am späteren Nachmittag haben wir noch kurz St. Anne besucht und uns die Bucht angesehen. Am nächsten Morgen haben wir die Harmonie von der Marina in diese Bucht verlegt und dort zusammen mit Valiant eine Nacht am Anker verbracht. Hier könnte man auch mehr Zeit verbringen.

Unsere weitere Route geht aber jetzt südwärts. Wir starteten frühmorgens und segelten zügig nach St. Lucia in die Rodney Bay. Hier verbringen wir einige Tage am Anker. Am Freitag gehts weiter via Marigot Bay und Soufriere Bay Richtung St. Vincent.


Grande Anse d'Arlet, Martinique







Indien River, Dominica









Legende du Val in Dominica



Fort de France, Martinique




St. Lucia, Rodney Bay




Donnerstag, 2. März 2017

Antigua und Les Saintes, Guadeloupe

Am Donnerstagabend haben wir die Girls auf den Flughafen gefahren und uns von Ihnen verabschiedet. Es waren wirklich tolle Tage, die wir mit Ihnen verbracht haben. Freitag hiess es dann Wäsche waschen, Schiff reinigen, innen wie aussen. Alles war voll mit Salzwasserkrusten. Samstagmorgen sind wir dann wieder los mit Ziel Antigua. Den Weg teilten wir uns in Tagesetappen in den Nordwesten von Guadeloupe auf. Die erste Nacht verbrachten wir am Anker in Pigeon Island, wo wir auch mit dem Mietauto und den Mädels einmal gewesen waren. Sonntagmorgen gings weiter nach Deshaies, dem letzten Ankerplatz in Guadeloupe.
Und dann am Montag um 06.30 Uhr motorten wir bis an die Nordspitze von Basse-Terre und danach konnten wir trotz schlechter Windprognose mit 11 bis 15 Knoten ONO Wind auf dem direkten Weg in den English Harbour auf Antigua segeln. Die Überfahrt dauerte 6 Stunden. Bei der Ankunft habe ich auf VHF 68 die Dockyard Marina angefragt, ob sie einen Platz für uns hätten. Nach zweiminütiger Wartezeit erhielt ich eine positive Antwort. Sie wiesen uns im nördlichen Teil der Marina einen Platz zwischen zwei 25 Meter langen Yachten zu. Das Anlegemanöver war für uns neu. Wir mussten zuerst den Buganker schmeissen und uns rückwärts zwischen die beiden Schiffe quetschen und mit 2 Heckleinen an der Hafenmole das Heck anbinden, dann wieder den Anker nachziehen bis wir fest waren. Eigentlich war alles ja gut gegangen, nur das Aussteigen über das Heck wurde schwierig, da wir keine Gangway haben und die Distanz zur Hafenmauer ziemlich gross war. Ueli konnte noch sich knapp ans Land jonglieren um einzuklarieren, während ich damit beschäftigt war, das Sonnenverdeck zu montieren, um ein bisschen Schatten ins Cockpit zu bringen. Dabei haben mich sogleich die ersten Nachbarn begrüsst. Amerikaner, sehr nette Leute. Auch vom anderen Nachbarschiff kam Andy und begrüsste mich und fragte nach, was wir für ein Schiff haben etc.…. In unserem Gespräch gab mir Andy noch den Tipp, ein Brett für unseren Landbesuch bei den Schreinern in der Nähe zu borgen. Ueli hat nach seiner Rückkehr vom Amt so eines besorgt. Ganze 3 Meter lang, damit konnten wir einfach an Land gehen.
Auf dem Iridium Handy hatten wir die Nachricht von Richard Parker und Good Times, dass sie ein BBQ am Strand in Falmouth Harbour organisieren. Wir waren aber im Nelsons Dockyard, nebenan sozusagen, aber doch zu Fuss zu weit weg von ihnen. Wir spazierten in den Falmouth Harbour, konnten aber beide Schiffe nicht sehen. Also sind wir wieder zurück zu unserem Boot. Die ganzen Gebäude hier im Hafen sind noch aus der Nelsons Zeit. Ein sehr gepflegter Hafen und viele Amerikaner und Engländer sind hier stationiert. Am Morgen nach der ersten Nacht am Dockyard hatte der Wind gedreht und unser Schiff drückte es immer näher ans Dock, sodass wir riskierten mit den Rudern aufzulaufen. Das eine Nachbarschiff drückte uns auch noch zum anderen Nachbarn hinüber. Der Amerikaner versuchte, uns mit einer Spring auf seine Yacht zu helfen. Doch so richtig glücklich waren wir mit der Situation nicht. Also entschieden wir uns, den Platz zu verlassen und in den Falmouth Harbour vor Anker zu gehen.
Beim Ablegemanöver haben uns die Amerikaner geholfen, die Leinen zu lösen und ich war am Bug, um den Anker hoch zu holen. Doch beim hochziehen hatte ich festgestellt, dass der Anker sehr schwer wurde. Plötzlich sprang die Sicherung der Ankerwinch raus und wir steckten im Hafenbecken fest. Andy kam sofort mit dem Dinghi zu uns, denn er dachte, wir hätten uns in seiner Kette verhängt. Ueli musste die Sicherung der Winch wieder einschalten und ich konnte langsam den Anker etwas hochnehmen und stellte mit Schrecken fest, dass wir eine riesige Kette heraufgeholt haben. Andy wollte ein Seil von uns, um den Anker von der Kette zu lösen. Also hat er vom Dinghi aus das Seil um die enorme Kette gebunden, damit ich den Anker fallen lassen konnte. So brachten wir unseren  Anker wieder frei. Diese Kette musste von einem Handels- oder Kriegsschiff aus früheren Zeiten stammen. Wir hatten nochmals Glück gehabt. Wir hätten auch die Winch kaputt machen oder gar den Anker verlieren können. Bei der Einfahrt in den Falmouth Harbour haben wir sofort die Good Times gesichtet und haben in der Nähe von ihnen den Anker gesetzt. Leider haben wir die Richard Parker nicht mehr getroffen. Sie waren bereits unterwegs nach St. Martin. Für den Abend haben wir Stefan und Johanna dann zu uns zum Sundowner eingeladen. Ueli hat anschliessend noch feine Spaghetti gekocht.
Am nächsten Tag sind wir mit dem Taxi zu den Shirleys Hights gefahren. Der schönste Aussichtspunkt über die beiden Häfen. Den Weg runter sind wir dann zu Fuss gegangen bis zur Galleon Beach und da haben wir ein Wassertaxi gebucht um in den English Harbour zurückzukehren. Zu Fuss vom English Harbour zurück an den Dinghi-Steg in Falmouth Harbour sind es nur 15 Minuten.
Der Middle Ground oberhalb vom Pigeon Beach, auch einem schönen Aussichtspunkt über den Falmouth Harbour, war unser nächste Ziel. 
Am Freitag dem 24. Februar sind wir dann wieder los gesegelt zurück zu Pigeon Island auf Guadeloupe. Gemäss den Wetterdaten wird das Wetter immer schlechter und für die nächsten Tage sind Windgeschwindigkeiten bis über 30 Knoten angesagt. Daher wollten wir zurück auf die Iles Des Saintes an eine sichere Boje um dort abzuwarten. Schliesslich haben wir ja Zeit…
In Pigeon Island haben wir noch kurz mit dem Dinghi Lebensmittel eingekauft. Samstag früh sind wir dann zu den Les Saintes gesegelt. Vom Pointe du Vieux Fort, südlich von Basse Terre sind wir in den Canal des Saintes gesegelt und sind auf den erwarteten Düseneffekt mit weit über 20 Knoten Wind aus SO getroffen.
Wir mussten aufkreuzen, um zur Anse à Cointe zu kommen, wo uns die Alamea eine Boje reserviert hatte. Pünktlich sind wir um 14.00 Uhr eingetroffen und Hansueli sass bereits im Dinghi und half uns beim belegen der Bojentaue. 
Seit Tagen sind wir jetzt hier in Les Saintes und warten auf ein besseres Wetterfenster. Zur Zeit weht der Wind sehr stark und ein Squall nach dem anderen streift uns hier in der Bucht. Wir müssen noch eine Weile hier bleiben. Wir können aber mit dem Dinghi an Land und in das Städtchen laufen und einkaufen. Fast regelmässig müssen wir uns irgendwo unterstellen und einen heftigen Regenguss abwarten. Die Squalls kommen schnell, sind aber auch schnell wieder vorüber. Aber lästig ist es trotzdem. Dauernd Fenster auf, Fenster zu, Cockpit wieder abtrocknen bis der nächste Regen kommt.
Wir hoffen darauf, nächsten Sonntag, den 5. März, unsere Reise Richtung Dominica fortzusetzen.

Dort wartet am Sonntag Abend wieder das bekannte BBQ mit Punch à Discretion auf uns… 


Fotos von Antigua






Foto von Les Saintes








Freitag, 17. Februar 2017

Besuch aus der Schweiz

2 Wochen an die Wärme

Nach kalten und tristen Tagen in der Schweiz haben wir uns relativ kurzfristig entschieden, Papi und Silvia in der Karibik zu besuchen.

Am 25. Januar erhielten wir die Information, dass die zwei ab 2. Februar 2017 auf Guadeloupe in der Marina bei Pointe-à-Pitre anlegen. Unser Ticket war schnell gebucht und so flogen wir von Basel über Orly direkt nach Pointe-à-Pitre, wo wir am Samstag Abend am Flughafen von Silvia und Papi abgeholt wurden.

Den ersten Abend verbrachten wir in einem Restaurant in der Marina und lernten den Ti-Punch kennen. Ein typischer Aperitif für diese Gegend (Rum mit Limette und flüssigem Zuckerrohr).

Am ersten Tag auf der Insel hiess es dann erstmal Gepäck aus den Rucksäcken ausräumen und in der Koje wieder einräumen….viel Platz gibt es nicht. Aber genug für uns zwei!

Die nächsten Tage besichtigen wir mit einem etwas in die Jahre gekommenen Auto die Insel. Von Pointe a Pitre bis nach Saint-Françoise wo wir an einem schönen Strand zu lauter Musik unseren ersten Schwumm im Meer genossen. Am zweiten Tag versuchten wir den Vulkan La Soufriere zu besichtigen. Nun ja, vor lauter Regen und Wind haben wir dies dann sein lassen…
Nach dem erfolglosen Ausflug zum Vulkan fuhren wir richtig Basse-Terre - die Hauptstadt der Insel, aber wohl schon lange nicht mehr das industrielle Zentrum von Guadeloupe. War es doch eher klein und überschaulich. Danach besuchten wir den schönen Leuchtturm in Vieux-Fort unter windigen Verhältnissen. Wir beendeten unseren Ausflug mit einem schönen Bad (heisse Quellen!) in der Nähe der Produktion der Capés Mineralwasser. Zuerst haben wir ein kleines Bad entdeckt mit vielen (zu vielen) Leuten drin. Papi und Rose schien dies nicht zu stören. Aber Silvia und ich hatten andere Vorstellungen und so haben wir uns unseren Weg durch den Wald gesucht und gefunden, was wir erhofften. Ein schönes Becken mit warmem Wasser, einem kleinen Wasserfall und ohne andere Personen. Perfekt für ein kurzes Bad. 
Kaum waren wir draussen, fing es auch wieder an zu regnen. Irgendwie scheint dies hier ein Dauerthema zu sein :) Pflitsch nass sind wir dann wieder bei unserem Auto angekommen und machten uns auf den Rückweg. 
Am Abend gabs leckere Moules mit Roquefort, Moules Marine oder Creme in der Marina von Pointe-à-Pitre. 
Am nächsten Tag machten wir uns auf, um die Insel zu besichtigen. Diesmal wieder Richtung Basse-Terrre in der Nähe von Bouillon. Hier wollten wir die warmen Quellen besichtigen, doch es scheint, als wären die Reiseführer gut im übertreiben. War die schön beschriebene heisse Quelle direkt am Meer mit 70° Grad heissem Wasser, welches sich mit Meerwasser vermischt doch eher eine trübe kleine Pfütze überfüllt mit Touristen und Einheimischen.

Auf unseren Ausflügen auf Guadeloupe waren vor allem die Strände bei Gossier mit einigen Strandbeizli, die Anse de la Cathedrale in der Nähe von Port Louis sowie die Strände bei Anse Betrand sehr schön. Auch die Besichtigung der Rum Destillerie, welche Rose und ich auf unserer Tour besucht haben, war ein Highlight. Man konnte die gesamte Fabrikation des lokalen Schnaps besichtigen und dies völlig alleine. Natürlich gönnten wir uns zum Schluss auch noch eine kleine Degustation.

Eines Nachts in der Marina wurden wir alle vom Hund auf dem Nachbarboot geweckt, der nach Leibeskräften bellte. Papi und Silvia haben schnell festgestellt, was passiert war. Das Seil bei der Boje war gerissen und so hatten wir keine Befestigung mehr. Nach einigen  erfolglosen Funkversuchen um die Capitanerie zu erreichen, sprang Papi kurzerhand ins Hafenbecken um das Problem selbst zu lösen. 
Einziges Problem war dann wieder auf den Steg zu gelangen. Ohne Leiter musste sich Papi auf den Steg hochziehen und hat sich dabei den Bauch, die Beine und die Füsse an den scharfen Muscheln aufgerissen. Nach einiger Zeit hat sich dann die Capitanerie doch noch gemeldet und wir konnten das Schiff wieder richtig befestigen.

Am Freitag morgen um 9 Uhr ging es dann los Richtung Iles Les Saintes. Mit ca. fünf Stunden segeln mussten wir rechnen. Mir war es am Anfang doch etwas komisch in der Bauchgegend, aber nach ein paar Salzcrackern und etwas Wasser ging es dann gut!

Auf Les Saintes haben wir - trotz unseren Befürchtungen - relativ schnell eine freie Boje in der Bucht Anse à Cointe direkt hinter dem kleinen Hügel Le Bain du Sucre gefunden.

Hier hiess es dann einfach mal ausspannen…lesen, baden…lesen…kochen..
Das Örtchen Bourg de Saintes haben wir mit dem Dingi besucht, was uns ein klitschnasses Ankommen bescherte, da die Wellen und der Wind nicht nach unserem Weg gingen…Das kleine Dörfchen hat uns sehr gefallen. Mit vielen kleinen Shops, Bars und Restaurants versprüht es einen ganz besonderen Charme. Am Sonntag gabs Papi’s berühmte Züpfe…auch zum Abendessen haben wir was Spezielles gegessen…wer isst schon Raclette in der Karibik auf einem Schiff.

An unserem zweitletzten Tag in der Karibik ging es dann wieder retour nach Pointe-a-Pitre, wo wir unsere letzte Nacht im Hafen von Bas du Fort verbringen und am Donnerstag mit „etwas Sonnenbrand“ den Rückflug antreten.


Auf bald….white ass, white ass, here is red nose! Ahoi!