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Freitag, 29. Juni 2018

Die letzten Tage in Grenada vor der Sommerpause

Nachdem Fräne wieder in die Schweiz zurückgeflogen war, sind wir am nächsten Mittag los um die 170 sm nach Grenada in einem Schub direkt zu segeln. Nach 27 Stunden sind wir dann in der Clarkes Court Bay im Süden von Grenada angekommen und haben uns vorerst für ein paar Tage eine Boje bei Silvio gemietet. Der Platz dort war ziemlich unruhig, viel Wind und Wellen. Jedesmal wenn wir mit dem Dinghi unterwegs waren, sind wir immer patschnass am Ziel angekommen. Zur dieser Zeit wurde auch gerade noch viel Sandstaub aus der Sahara über den Atlantik geweht. Unsere Harmonie wurde über und über mit Sand eingedeckt. Die paar kurzen Regenschauer, die wir in der Nacht hatten, machten die ganze Sauerei nur noch schlimmer. Der kaputte Steg in der Le Phare Bleu Marina wurde inzwischen repariert und wir konnten die Harmonie dann in die Marina fahren. Hier haben wir unser Schiff für die Sommerpause auf dem Land vorbereitet. Sämtliche Segel wurden heruntergenommen. Die gesamten Taue, Schotten und Fallen etc. wurden gewaschen und getrocknet. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Der Wind war nicht mehr so stark und der Regen hatte auch nachgelassen. Zwischen den Arbeiten hatten wir aber noch viel Zeit für unsere Freunde. 
Am Mittwochmorgen sind wir in die Grenada Marina gefahren um die Harmonie aus dem Wasser zu nehmen.  Zwei Tage haben wir noch auf der Harmonie auf dem Trockenplatz verbracht. Verschiedene Arbeiten an der Harmonie musste Ueli noch abklären und besprechen. Jana hatte uns beim letzten Tag bevor wir abreisten nochmals mit ihrer Kochkunst verwöhnt. Freitagnachmittag wurden wir von Dieter abgeholt, der uns zum Flughafen chauffierte. Nun sassen wir da im Terminal und warteten auf unseren Flug nach London. Der Flug mit der Virgin Atlantic Airline war sehr angenehm. Die Sitzreihen sind jedoch sehr eng und die Fussfreiheit eher was für kurzbeinige Fluggäste gedacht. In London hatten wir noch drei Stunden Zeit bis zum nächsten Abflug mit Thomas Cook Airline nach Teneriffa. Leider konnten wir im Flugzeug nicht zusammen sitzen. Nach vier Stunden Flug in Teneriffa angekommen, sind wir mit dem Mietauto zur Wohnung nach Los Realejos gefahren. Diese Wohnung ist recht gross und geräumig. Die Küche  ist voll ausgestattet mit praktisch allem drum und dran. Auch gibt es zusätzlich zum kleineren Balkon eine grosse Dachterrasse mit Liegestühlen und Esstisch. Den Blick auf das Meer können wir vom Wohnzimmer aus jeden Tag geniessen. Die Gegend hier ist nicht so touristisch besetzt. Einkaufsmöglichkeiten sind nicht zu weit entfernt, jedoch zu Fuss sehr anstrengend, da wir an einem steilen Hügel wohnen.
Als wir das erste Mal in den Lidli einkaufen gegangen sind, staunten wir über die extrem niedrigen Preise. Überhaupt ist es hier nicht teuer. 

Wir werden hier zwei Monate verbringen und dann noch einmal ca. sechs Wochen irgendwo um Malaga herum. Bevor wir dann Ende Oktober wieder nach Grenada zurückfliegen, werden wir auch noch kurz in der Schweiz vorbeischauen. Wir geniessen die Ferien von den Ferien!


Harmonie wird aus dem Wasser gehievt





Standplatz für die nächsten Monate



Unsere Dachterrasse in Los Realejos





Donnerstag, 7. Juni 2018

Fräne zu Besuch 20.05.-02.06.18 Martinique-St. Lucia


Hier sein Bericht:

Am 20. Mai, nach einem langen Schüttelflug mit Luftloch traf ich auf Martinique in Fort-de-France ein. Dort wurde ich von Silvia und Ueli im Flughafen empfangen und sofort auf die Harmonie in Le Marin gebracht. Nachdem ich den ersten „Klima-Schock“ verdaut und meine Kleidung den örtlichen Verhältnissen angepasst hatte, genossen wir den ersten Abend mit Gesprächen und einer Pizza auf dem Schiff. Am Montag gönnten die beiden Gastgeber mir noch etwas festen Boden unter den Füssen: mit einem Mietauto besuchten wir den Jardin-Balata – eine wunderschöne Parkanlage mit vielen, vor allem tropischen Pflanzen aus der ganzen Welt. Kulinarisch wurde ich erstmals mit „Blut- und Leberwürstchen“ konfrontiert und an die Heimat erinnert. Auch ein Besuch einer Destillerie durfte nicht fehlen - Saint–James in Sainte-Marie. Am Abend folgte eine erste Kostprobe von Ueli’s Kochkünsten: „Chöhli mit Ghacktem“. Lange Gespräche und einige Drinks stimmten mich auf intensive zwei Wochen ein.
Am folgenden Tag (Dienstag) verliessen wir Le Marin und erreichten nach einer kurzen Motorfahrt einen Ankerplatz bei Ste-Anne. Dort lernte ich das Schiff und das Wasser erstmals etwas näher kennen. Ein Besuch auf dem Schiff von Beat Ravaioli mit Apèro ergab eine interessante Bekanntschaft, die mich noch weiter begleiten sollte. Nach einem feinen Znacht auf dem Schiff folgten wiederum lange Gespräche, wobei Ueli und mich auch die lange Vergangenheit mit manchmal schwierigen Ereignissen im Familienkreis einholten. 
Am Tag danach (Mittwoch) folgte die Überfahrt nach Saint Lucia in die Rodney Bay (Anker). Die rauhe See, der hohe Alkoholkonsum am Vorabend und die nicht erfolgte medikamentöse Vorbereitung führte bei mir schon nach kurzer Zeit zu einer klassischen Seeerkrankung. Sogar die Delfine zeigten Bedauern mit mir; zwei mal statteten grosse Rudel der Harmonie einen Besuch ab – trotz allem wunderschön. Mein Magen wurde am Abend mit einem feinen Poulet-Curry wieder auf Kurs gebracht.
Am Donnerstag gab es einen ruhigen Tag in der Bucht. Ein Besuch des Städtchens mit Einkäufen und vergeblichen Versuchen nach Geldwechseln brachten mich so ins Schwitzen, dass ich das Abtauchen ins Meer schon rasch mal sehnsüchtig erwartete. Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang genossen wir erneut ein feines Znacht (Rindsfilet) auf dem Schiff.
Am Freitag ging es dann von der Rodney-Bay südwärts weiter nach Soufrière (Anker), wo wir von Einheimischen mit ihren „Angeboten“ fast überhäuft wurden. Ueli kaufte bei einem Fischer einen ganzen Fisch (Mahi Mahi oder auch Goldmakrele). Ein Ausflug zu den vulkanischen Sulphur Springs und einem anschliessenden erfrischenden Bad unter einem Wasserfall ermöglichte mir erstmals Einblicke in die wunderbaren tropischen Regenwälder. Auf dem Schiff machte sich Ueli an die Zubereitung des Fisches, was ihm hervorragend gelang. Gekrönt wurde der Abend durch einen Sonnenuntergang mit Green-Flash. (Anm. von Ueli: ein Green Flash ist ein Phänomen, das man in der Karibik manchmal bei optimalen meteorologischen Voraussetzungen beobachten kann. In der allerletzten Sekunde des Sonnenuntergangs blinkt plötzlich ein richtig grünes Licht auf)
Tags darauf folgte eine kurze Schiffsreise in die Marigot Bay – eine kleine, idyllische Bucht mit modernen Hotelanlagen. Die Annehmlichkeiten dieser Anlagen konnten wir denn auch nutzen, indem wir uns im Süsswasserpool an der Bar erfreuten. Das mit hohen Erwartungen verbundene Nachtessen im Doolittle konnte uns nicht so recht begeistern, zu klein und zu fettig waren die versprochenen Fleischstücke.
Am Sonntag erkundeten wir dann die Insel Saint Lucia mit einer Mietwagen-Tour. Dabei bewegten wir uns zwischen Rodney Bay (Strand-Apéro) und den beiden Pitons bei Soufrière vor allem der kurvenreichen Westküste entlang. Bei Soufrière erlebten wir beim Cubaril Estate eine kurze interessante Führung in einem Garten mit Nutz- und Heilpflanzen, mit anschliessendem heimischem Essen. Auf der Rückfahrt liess sich Ueli noch auf eine nervenkitzlige Geländefahrt zu einem Wasserfall mit Badebecken ein. Vom Baden sahen wir ab, weil uns das Wasser zu milchig erschien. Verwöhnt wurden wir als einzige Touristen, von den zwei Einheimischen mit Saft von frischen Kokosnüssen und am Schluss mit schier überschwänglichen Abschiedsumarmungen. Auch das Auto überstand die Tour schadlos.
Am Montag segelten wir mit flottem Tempo zurück auf Martinique in die Les Anses d'Arlets. Dank vorsorglicher Einnahme eines Medikamentes und zurückhaltendem Alkoholgenuss am Vorabend, konnte ich diese Tour problemlos geniessen. Haben wohl die erneut auftauchenden Delfine nach mir und meinem „Futter“ gesucht? Am Abend trafen wir unseren Freund Beat wieder und Ueli kochte für uns alle ein feines Znacht (Party-Filets).
Am Dienstag verlegten wir unseren Ankerplatz in die nahe gelegene Grand Anse d’Arlet. Dort konnte ich erstmals schnorchelnd die interessante und schöne Unterwasserwelt in aller Ruhe betrachten. In einem Strand-Restaurant liessen wir uns durch ein herrliches Hummer-Essen verwöhnen.
Die Anse Noire erreichten wir am nächsten Tag nach einer kurzen Motor-Fahrt. Dort stand auch Schnorcheln auf dem Programm. Spezielle Anzüge sollten uns vor den zahlreichen Quallen schützen. Wir merkten allerdings bald einmal, dass diese Quallen kaum Probleme verursachten. Auch hier konnten wir viele interessante Fische und auch grosse Schildkröten beobachten. Zum Nachtessen wurden wir von Beat Ravaioli eingeladen (Penne). Wir verbrachten mit ihm einen wunderbaren Abend bei guten Gesprächen. Dafür konnte er am kommenden Morgen ein Frühstück auf der Harmonie geniessen, insbesondere die legendäre Schiffs-Züpfe von Ueli.
Im Laufe des Donnerstags stand die Rückfahrt nach Ste-Anne auf dem Programm. Die Segeltour wurde durch zwei ordentliche Regenfronten spannend gemacht, so konnte ich als Bergler auch mal ein (zwei) kleine „Unwetter“ mit Wind bis 32 Knoten auf dem Meer erleben. In Ste-Anne (Anker) begann schon leise die Vorbereitung auf die noch anstehenden Arbeiten am Schiff und für mich auf das Ende der Tour. Das Nachtessen genossen wir in Ste-Anne – noch einmal Blut- und Leberwürstchen!!
Am Freitag steuerte Ueli den Hafen von Le Marin an. Dort angekommen, wurde die rostige Ankerkette durch eine Neue ersetzt und Silvia unterzog das Schiff einer gründlichen Reinigung. Am Abend wagten wir uns im angrenzenden Hafenrestaurant an ein fleischlastiges Gericht, auf heissem Stein zubereitet – diesmal setzte es keine Enttäuschung ab, es war fein.
Am Samstag stand noch die Rückfahrt zum Flughafen auf dem Programm. Wobei wir unterwegs beim Diamant nochmals die grosse Problematik mit dem Seegras zu sehen bekamen, indem dort lange, an sich schöne Strände, wegen der angeschwemmten Grasmengen einfach gesperrt werden mussten. Die Karibik verspricht bei weitem nicht nur schöne Strände! Nach dem Besuch eines Einkaufszentrums hiess es beim Flughafen Abschied nehmen – kurz und bündig. Ueli und Silvia waren vielleicht froh, wieder mal Ruhe zu finden und ich freute mich auf die Heimkehr in die bergige Schweiz. Ein tolles Ferienerlebnis ging damit zu Ende. Ich danke Ueli und Silvia für die unkomplizierte Aufnahme, für die Bewirtung und für die vielen schönen Momente auf der Harmonie und auch an Land. Den beiden wünsche ich weiterhin alles Gute und bald einmal auch klare Vorstellungen über ihre Zukunftspläne. Merci für aues. Fräne


Für zwei Wochen zu Dritt



Jardin Balata



Erfrischung unter dem Wasserfall



Die beiden Gastgeber vor den Pistons, Soufriére



Abendstimmungen noch und noch - wunderbar



Hummer- nur ein Teil der kulinarischen Höhepunkte





Auf den Schiffszopf musste ich lange warten, aber plötzlich war er da




Die beiden Brüder beim Small Talk mit Bier (Silvia)


Dienstag, 29. Mai 2018

Grenada-Martinique

Ein Woche lang waren wir in der Le Phare Bleu Marina stationiert und nach dem Music Festival in St. George ankerten wir in der Clarkes Court Bay. In dieser grossen Bucht war auch Mathias mit seinem Katamaran an einem Mooring Ball. Mathias war wieder so freundlich, uns seinen Roller zu überlassen für Einkäufe etc. Einige der vielen Leute, die wir schon im letzten Jahr kennengelernt haben, waren auch wieder oder noch immer hier anzutreffen. Die Sauvage mit Marc und Christine gesellten sich ein paar Tage später auch zu uns. Sie wollten hier Abklärungen treffen, ob sie ihr Schiff auch in Grenada für die Hurrikan Saison auf dem Trockenen lassen möchten. Doch zuletzt haben Sie feststellen müssen, das ihre Schiffs-Versicherung diese Marinas nicht akzeptiert oder nur unter Auflagen. Die ABC Inseln kommen auch in Frage und Marc hatte dann eine Offerte von einer Marina in Curaçao erhalten, das Schiff im Wasser zu überwintern, welche auch von der Versicherung akzeptiert wurde. Seit wir in Grenada angekommen waren, hat der Wind nicht aufgegeben. Jeden Tag hatten wir bis um die 20 Knoten Wind am Anker. Auch für die kommenden Tage war viel Wind angesagt. Der Wind allein wäre ja nicht das Problem, vielmehr die Richtung. Alle Wetterdaten zeigten Wind aus ONO und Wellen zwischen 2 und 3 Metern. Am Montag 07. Mai 2018 haben wir dann vorübergehend Abschied von Grenada genommen. Da wir Besuch aus der Schweiz erwarten, segelten wir nach Martinique. Wie erwartet hatten wir anfangs Wind und Welle gegen uns und waren nur sehr langsam Richtung Carriacou unterwegs. Wir schafften es aber doch noch, vor Sonnenuntergang in der Tyrell Bay am Anker zu sitzen. Am nächsten Tag hatten wir gute Verhältnisse. Wir schafften die Strecke nach Bequia mit durchschnittlich 6.5 Knoten. Den langen Schlag in die Rodney Bay auf St. Lucia verkürzten wir, indem wir in der Keartons Bay auf St. Vincent an einer Boje eine Nacht verbrachten. Wir hatten diesen Tipp von Beat von der SY Anita erhalten. Die Boje muss man vorgängig reservieren, da diese dem Rock Side Cafe gehört. Aber mit einem Abendessen bei Rosi ist die Boje kostenlos. Die Passage nach St. Lucia am nächsten Tag war dann mit 25 Knoten Wind und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 7.0 Knoten zügig. So macht segeln Spass! In der Rodney Bay waren wir auch nur eine Nacht und daher segelten wir am nächsten Morgen weiter nach St. Anne im Süden von Martinique. Hier warten wir am Anker auf unseren Besuch aus der Schweiz. In St. Anne ist dann Beat von der Anita eingetroffen und wir verbrachten einige Tage mit ihm an Land. 
Ueli’s Bruder Franz ist jetzt bei uns auf dem Schiff für zwei Wochen. Sein Bericht folgt!

Mit Marc und Christine in Nimrod

Hog Island am Sonntag mit Jana, Dieter, Nora und Manfred


Keartons Bay, St. Vincent












Donnerstag, 19. April 2018

Martinique-Grenada

Nach ein paar Tage Aufenthalt in Saint Anne sind wir am Montag, 26. März 2018, Richtung St. Lucia gesegelt. In Rodney Bay sind wir dann sofort in die Marina eingelaufen. Da unser Wassermacher zum wiederholten Mal Probleme machte, wollten wir ihn von einem Schenker-Spezialisten überprüfen lassen. Wie wir dann festgestellt haben, ist es eigentlich nicht das Gerät selber, das manchmal Startschwierigkeiten hatte, sondern die Installation an und für sich. Zum einen ist die Mehrwasserpumpe wahrscheinlich etwas zu hoch installiert und zum anderen fehlt beim entsprechenden Seewasserventil ein Wassereinlass-Sieb. Dank seinen Tips haben wir aber seither keine Probleme mehr. Nach dem Besuch des Technikers haben wir die Marina verlassen und sind in der Rodney Bay vor Anker gegangen. Beim Auslaufen aus der Marina hörte ich einen Funkruf von SY Serenity, die mit einem anderen Schiff kommunizierte. Wir kennen Ellie und John schon vom Mittelmeer her und haben sie dann auf den Kanaren auch wieder getroffen. Sie sind dann - wie wir - von La Gomera aus über den Atlantik gesegelt. In Grenada haben wir sie auch kurz gesehen, als sie ihr Schiff auf das Trockendock stellten und dann sind sie nach Amerika zurückgeflogen, haben sich ein Wohnmobil gekauft und sind in den Staaten herumgereist. Ich habe dann sofort per Funk mit ihnen Kontakt aufgenommen um zu erfahren, wo sie sich gerade aufhalten. Ellie war sehr erfreut von uns zu hören und teilte mir mit, dass sie in 15 Minuten in der Rodney Bay eintreffen werden. Bei einer runde Rosé-Wein auf der Harmonie haben sie uns über ihre Abenteuer auf Land berichtet. Auch diese Hurrikan-Saison werden sie ihr Schiff wieder in Grenada lassen.
Nachdem John und Ellie uns verlassen hatten, haben wir uns für den Nachtschlag nach Bequia vorbereitet. Um 16.00 Uhr sind wir dann los gefahren, leider mit sehr wenig Wind. Aber wir wollten ja rechtzeitig für Ostern in Bequia ankommen. Mit dem Grossegel haben wir die Motorfahrt ein bisschen unterstützt. Die Nachtfahrt war sehr ruhig und nicht zu dunkel. Der Vollmond begleitete uns bis in die Morgenstunden. Gegen 07.45 Uhr sind wir in der Admiralty Bay in Bequia eingetroffen. Wir wurden schon von weitem von unserem Freund Mathias auf seinem Katamaran begrüsst und gleich daneben hatten wir auch unsere Freunde Jack und Holly auf ihrem Neel Trimaran entdeckt, die uns auch begrüssten. Über die Ostern war hier die Bequia Easter Regatta. Mathias und Jack haben auf unterschiedlichen Booten an der Regatta teilgenommen. Am Ostersamstag wurde jedoch, mangels Wind das Rennen abgesagt. Doch Sonntag und Montag konnten wir die vielen verschieden Kategorien von Race-Booten von der Harmonie aus beobachten. Am Dienstag setzten wir unseren Weg fort Richtung Grenada mit einem Zwischenhalt in der Salt Whistle Bay in Mayreau. Mathias ist mit seinem Katamaran und der kleinen Regatta-Yacht im Schlepptau auch zu uns in die Bay gekommen. Wir hatten das so geplant, denn Mathias kennt sich hier gut aus und hatte bereits bei den Locals, wie wir die Einheimischen hier nennen, das BBQ vorbestellt. Wir wurden dann von unserer Harmonie abgeholt und an die Beach gefahren. Wir bestellten wieder einmal Fisch, da wir seit einiger Zeit keinen Fisch mehr gegessen hatten. Das Essen war herrlich, ein ganzer Redsnapper mit Reis, Salat und allerlei Früchten zum Dessert. Am nächsten Morgen sind wir dann in die Tyrrel Bay in Carriacou gesegelt, um uns wieder für Grenada einzuklarieren. In einem neuen, modernen Supermarkt haben wir noch Proviant eingekauft und nach einer Nacht am Anker waren wir wieder unterwegs nach Grenada. In St. George’s angekommen, suchten wir einen geeigneten Ankerplatz. Der Untergrund hier besteht aus abgestorbenen Korallenbänken und hartem Boden. Also eigentlich nicht geeignet zum ankern. Wenn der Anker mal hält, dann nur weil er sich in einer der Korallenblöcke eingehackt hatte. Also nicht im Sand vergraben. Nach zwei Versuchen waren wir fest. Es war ja nur für eine Nacht. Am Freitag wurden wir in der Le Phare Bleu Marina erwartet, wo wir uns einen Marinaplatz reserviert hatten.
Beim Eintreffen kam uns Kenny mit dem Dinghi entgegen und begrüsste uns mit Welcome back again. „Unser“ Stegplatz“ war besetzt, also haben wir die Harmonie ausserhalb vom Steg angebunden. In der Marina lagen mehrere Segelyachten, aber nur auf zweien war auch Crew an Bord. Von allen Seiten her wurden wir herzlichst begrüsst. Es war fast so, wie wenn wir wieder zu Hause angekommen wären. Dieter gesellte sich zu uns auf die Harmonie und bei einer Bierrunde gab es viel zu erzählen. Mittlerweile haben Jana und Dieter in den Bergen ein neues Zuhause gebaut und wir wurden zum Znacht bei ihnen eingeladen. Wir wussten von dem Projekt und durften letztes Jahr das leere Grundstück besuchen. Ein sehr schönes Haus mit offenem Wohnraum, Küche und einer herrlichen Aussicht in die Natur steht jetzt dort. Jana hat viel zu tun mit den vielen Bäumen und Sträuchern in der Umgebung. Es gibt Muskatnussbäume, Avocado, Bananen, Guave etc. und ein Stille herrscht hier. Richtig zum entspannen. Im Garten mit Kerzenschein haben wir eine stundenlang gegrillte Lammkeule verspeist. Mmmh, fein. Ein kleines Paradies haben sich die Beiden hier eingerichtet in der Natur.
Wir werden für mindestens zwei Wochen in Grenada bleiben. Wir warten auf einen neuen Propeller für unseren Aussenborder. Und dann wollen wir natürlich auch ans Pure Grenada Music Festival. Dieter ist Organisator und hat Unterstützung aus der Schweiz eingeflogen. So zum Beispiel Adrian Stern. Mal sehen, wie das Schwyzerdütsch bei den Grenadern ankommt.

Steel Drums in Bequia 


Sonnenuntergang vom Ankerplatz in Bequia



Easter Regatta





Salt Whistle Bay, Mayreau



Bei Jana und Dieter zum BBQ





Dieter und Sabrina am Pure Grenada Music Festival








Samstag, 24. März 2018

Martinique-Sainte Anne

Auch wir sind nur eine Nacht in St. Pierre geblieben und haben uns auf die Weiterreise gemacht in die Anse Mitan, Martinique. Die Bucht ist nicht weit weg von Fort-de France. Die Anse Mitan bietet aber nicht so viel. Es ist hauptsächlich ein Feriendomizil für Franzosen. Also haben wir uns am nächsten Tag wieder auf den Weg in Richtung Grande Anse d’Arlets gemacht. Diese Bucht kannten wir auch vom letzten Jahr her. Doch als wir dort ankamen, war es ziemlich voll und zudem kam recht hoher Schwell aus SW in die Bucht hinein. Wir aber suchten einen ruhigeren Platz und entschieden uns daher, direkt nach Sainte Anne im SW von Martinique zu segeln. Der Wind war nicht auf unserer Seite. Langsam wird es mühsam, dauernd mit dem Südost Wind zu segeln, falls wir überhaupt segeln können. Diesmal mussten wir den ganzen Weg dorthin motoren und das mit 25 Knoten Wind und mehr auf die Nase. Mit dem Wellengang kamen wir gerade so zwischen 1.7 bis knapp 3.0 Knoten voran. Unser Unterwasser hatte seit Grenada auch gelitten und der Propeller benötigt dringend eine Reinigung. Hier in Sainte Anne ist es auch nicht ganz ruhig und der Wind bläst auch so zwischen 15-20 Knoten. Aber das Wasser ist trotzdem relativ flach und Schwell gibts auch nicht viel. Dafür können wir in Le Marin wieder Wäsche waschen und Einkäufe tätigen mit einem Mietauto. Voraussichtlich werden wir übers Wochenende Sainte Anne wieder verlassen und in die Rodney Bay auf St. Lucia segeln.

Der Diamant in Martinique

Portsmouth, Dominica

Am Donnerstag um 08.00 Uhr sind wir los gesegelt Richtung Portsmouth, Dominica. Unterwegs die gleichen Konditionen, wie wir sie in letzter Zeit immer wieder haben. Zu Beginn wenig Wind, dann fast zu viel Wind, 25 kn und mehr mit hohem Wellengang und zuletzt keine Wellen mehr, aber viele starke Böen bis in die Einfahrt zur Prince Ruppert Bay, Dominica. Schon von weitem wurden wir von einen Boot der PAYS Organisation begrüsst. Ein weiters Boot war schon bereit, uns an einer Boje einzuhängen. Wir wurden herzlich begrüsst und beide Boote genossen mit uns ein kaltes Bier. Nach einem kurzen Austausch über die Ereignisse der letzten 12 Monate haben wir einen Ausflug in die bewaldeten Hügel im Norden der Insel gebucht - natürlich mit abschliessendem Bad im Pool eines wunderschönen Wasserfalls. Der Norden ist uns noch nicht bekannt. Im südlichen Teil haben wir die Wasserfälle schon im 2017 besucht. Zum traditionellen Sonntags-BBQ haben wir uns selbstverständlich auch angemeldet. Bei einem Spaziergang zum Einklarierungsgebäude, welches sich ausserhalb des Dorfes befindet, haben wir die Umgebung inspiziert und festgestellt, dass doch schon einiges wieder funktioniert nach dem Hurrikan. Die Natur erholt sich schnell. Auch waren nur noch wenige kaputte Häuser zu sehen. Das BBQ war wie immer sehr lecker. Viele  Segler waren hier zum Essen gekommen. Doch im 2017 waren es noch einige mehr. Nach vier Tagen haben wir von Dominica Abschied genommen und sind frühmorgens um 06.20 los gesegelt Richtung Martinique. St. Pierre war der Ort, welchen wir zuerst ansteuerten. Es waren lange 55 Meilen, der Wind stimmte anfänglich nicht, die Wellen waren hoch. Kurz vor Ankunft wurden wir über Funk aufgerufen. Unsere amerikanischen Freunde von der Mucho Gusto waren in St. Pierre und warteten auf uns. Keith war allerdings nicht mit seiner Frau an Bord, nein, er hatte Gäste auf dem Katamaran. Wir kennen die Eigner von Mucho Gusto von der Le Phare Bleu Marina auf Grenada her, im Sommer 2017. Es war ein herzlicher Empfang. Bei einem gemeinsamen Nachtessen im Restaurant gab es viel zu erzählen, auch hatten wir kurz per Handy Kontakt zu Jeannie, der Frau von Keith, welche zur Zeit in San Diego weilt. Mucho Gusto musste leider frühmorgens St. Pierre schon wieder verlassen. Keith musste seine Gäste nach Antigua bringen für den Rückflug in die Staaten. Ein Wiedersehen mit dem Mucho Gusto Team diesen Sommer in Teneriffa (ohne Segelboote) ist geplant.




















Marie Galante, Guadeloupe

Für einen Tag hatten wir ein Auto gemietet und eine kleine Tour in den Norden von Guadeloupe gemacht, mit einem Zwischenstop in Deshaies. Das Meer war immer noch sehr unruhig, viel Schwell war zu sehen. Das Wasser kam bis zur Strasse hoch und einige Restaurants waren geschlossen, weil sie zu nahe am Strand platziert sind. Nach vier Tagen in der Marina Bas-du-Fort, Guadeloupe, sind wir auf die kleine, fast kreisrunde Nachbarinsel Marie Galante gesegelt. In St. Louis sind wir vor Anker gegangen. Im Städtchen St. Louis gibt es einige Restaurants und kleinere Minimarkets zum einkaufen. Das Angebot war jedoch nicht gross, aber voll mit Rum-Flaschen. Marie Galante ist bekannt als die Rum-Insel schlechthin. Abgesehen von den sehr vielen zerfallenen Mühlen und Felder voller Zuckerohr, sind noch 3 Destillerien voll im Einsatz. Wir besuchten diese nicht ohne die verschieden Rum-Varianten zu degustieren. Mit einer Flasche Rum sind wir wieder auf unsere Harmonie zurückgekehrt. 
Unser Weg führt uns wieder in den Süden. Die nächste Station wird Portsmouth auf Dominica sein. Wir sind gespannt, in welchem Zustand sich Portsmouth nach dem Hurrikan Maria befindet. Letzten Frühling  (2017) hatten wir Dominica besucht und einige Ausflüge gemacht. Da war alles noch in Ordnung.